Die Spremberger Bürgermeisterin wendet sich mit einem eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit. Sie beklagt den zunehmenden Einfluss der neonazistischen Kleinstpartei “Der Dritte Weg” und berichtet von verzweifelten Bürgern. Von J. Goll und S. Schiller Wer im Frühsommer per Bus oder Bahn nach Spremberg reiste, stieß als erstes auf Neonazi- Propaganda: “Deutschland den Deutschen” oder “Nazikiez”, großflächig von der rechtsextremistischen Partei “Der Dritte Weg” im Juni am Bahnhof plakatiert. Darauf zu sehen ist auch der Aufruf, sich der Partei anzuschließen. Seit Monaten sieht sich die Stadt, die als Perle der Lausitz gilt, mit einer Flut von Stickern und Plakaten mit rechtsextremen Inhalten konfrontiert. Teilweise mit Bezug zum Fußball-Drittligisten Energie Cottbus, aber auch mit Verweisen auf die neonazistische Kleinstpartei. (…) Auffällig sei für ihn, dass sich dabei offensichtlich immer mehr jüngere Menschen angesprochen fühlen würden. “Wir haben schon auch 12-, 13-, 14-Jährige, die begrüßen sich halt mit einem Hitlergruß”, so der Spremberger, der seit mehr als 20 Jahren mit Jugendlichen arbeitet. In einer Stadt, die in dieser Zeit immer wieder aufgrund rechtsextremer Umtriebe deutschlandweit Schlagzeilen gemacht hat, vermisst Stobinski eine entschlossene Reaktion der Zivilgesellschaft. “Ich glaube schon, dass der überwiegende Teil der Menschen in dieser Stadt ganz klar gegen Rechtsextremismus, gegen Nazi-Kultur, gegen Ausländerfeindlichkeit ist. Aber sie machen das nicht laut. Sie sind halt alle sehr leise und sehr still.”

via rbb: Bürgermeisterin warnt vor wachsendem Einfluss von Neonazis in Spremberg