Eine Trump-Kappe, Faustschläge vor dem Parlament und ein EU-Hausausweis. Was am Wochenende in einer Brüsseler Bar geschehen sein soll, könnte für Aufsehen bis in die USA sorgen. Zu den gepflegten Traditionen im Europaparlament in Brüssel gehört es, nach Feierabend noch gemeinsam trinken und essen zu gehen. Im Sommer treffen oft Hunderte von EU-Abgeordneten, Mitarbeitern, Praktikanten und Lobbyisten am Place du Luxembourg aufeinander, gelegen gleich neben dem Parlamentsgebäude. Ein beliebter Treffpunkt dort ist das Lokal “The Network”. Der Name ist Programm: Über Länder- und Parteigrenzen hinweg werden hier private und politische Kontakte geknüpft. Nach Informationen von t-online ist es in der besagten Bar “The Network” in der Nacht vom 3. auf den 4. Juli zu einem mutmaßlichen Angriff auf einen Deutschen gekommen. Eine “Make America Great Again”-Mütze könnte eine zentrale Rolle dabei gespielt haben, als ein Student mit JU- und CDU-Hintergrund verletzt wurde. (…) Der Vorfall beschäftigt offenbar auch die Verwaltung des EU-Parlaments, weil es Hinweise darauf gibt, dass ein Mann mit Parlamentsausweis an dem mutmaßlichen Übergriff beteiligt war. Der Europaabgeordnete René Aust hat sich eingeschaltet, erst Leiter der AfD-Delegation im EU-Parlament und jetzt Co-Fraktionsvorsitzender der mit der AfD gebildeten rechten Fraktion “Europa der Souveränen Nationen” (ESN). Aust hat nach eigenen Worten Parlamentspräsidentin Roberta Metsola schriftlich in Kenntnis gesetzt und den Vorfall angezeigt. Das mutmaßliche Opfer sieht in der Attacke einen politischen Hintergrund und hat das auch der Polizei gegenüber angegeben. Das geht aus einem Anhörungsbogen hervor, den er t-online in Kopie vorlegte. Demnach war der junge Mann erkennbar als Trump-Unterstützer in Brüssel, um politische Gespräche mit EU-Abgeordneten und Mitarbeitern von Parlamentariern zu führen. Er hat sich in der Vergangenheit bereits mit dem US-Präsidenten fotografiert und verfügt über Kontakte in Trumps engerem Umfeld. Der deutsche Netzwerker trug am Abend der Attacke am 4. Juli eine weiße Baseballkappe mit dem goldfarbenen frontalen Schriftzug “Make America Great Again” sowie dem Namen “Trump” auf der Rückseite. Vom EU-Parlamentsgebäude wechselte er in die Kneipen in der Nachbarschaft und traf dort auf Mitarbeiter verschiedener Fraktionen, darunter auch von AfD- und CDU-Abgeordneten. So erzählt er es im Gespräch mit t-online. Gegen 1 Uhr morgens soll es in der Bar “The Network” dann zu dem Zwischenfall gekommen sein. Zunächst habe ihm eine junge Frau die Kappe vom Kopf gezogen und ihn seiner Darstellung zufolge als “Rassist” beschimpft. Er solle sich wegen seiner Trump-Kappe schämen, habe die Frau auf Englisch gesagt. Kurz darauf sollen drei männliche Personen hinzugekommen sein und ihn gemeinsam attackiert haben. Von denen sei er auf Englisch mit französischem Akzent unter anderem als “Nazi” beschimpft worden. Alle drei sollen ihn dann mit Faustschlägen gegen den Kopf verprügelt haben. Einer der Angreifer soll laut dem mutmaßlichen Opfer einen Hausausweis des Europaparlaments bei sich getragen haben. Bei der Polizei beschrieb er alle drei Angreifer äußerlich als “nordafrikanisch”, “mit kurzen Haaren” und im Alter von “20 bis 25 Jahren”. Bevor die Täter ins Getümmel vor dem Lokal geflohen sein sollen, habe einer noch gedroht, beim nächsten Mal werde es ihm noch schlimmer ergehen. So schildert es der mutmaßliche Betroffene im Gespräch mit t-online.
via t-online: Schlägerei in Brüsseler Bar CDU-Netzwerker wegen Trump-Kappe verprügelt?