Die Ukraine feiert ihren bislang schwersten Schlag gegen das russische Militär: Mit ferngesteuerten Angriffe auf Luftwaffenbasen im ganzen Land. (…) Die Luftwaffenbasis Olenja im hohen Norden Russlands ist einer der Orte, von denen aus strategische Kampfflugzeuge am häufigsten ukrainische Städte mit Iskander-, Kinschal- und anderen Langstreckenmarschflugkörpern bombardieren. Dieser und drei weitere Flugplätze – Belaja in der Region Irkutsk, Iwanowo in der gleichnamigen Region und Djagilewo in der Region Rjasan – wurden am 1. Juni Ziel eines äußerst effektiven simultanen ukrainischen Drohnenangriffs. Militärexperten bezeichnen die „Operation Spinnennetz“ als einzigartig und sind der Meinung, dass sie in die Geschichtsbücher eingehen wird. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU, so berichten ukrainische Quellen über den Ablauf, brachte über einen längeren Zeitraum heimlich mehr als hundert Angriffsdrohnen nach Russland. Später wurden separat flache Holzcontainer nach Russland geliefert, in die die Drohnen dann verladen wurden. Diese Konstruktionen wurden auf den Dächern mehrerer Lkws montiert, die am Tag der „Spezialoperation“ in der Nähe der Flugplätze geparkt waren. Im Moment des Angriffs wurden die Deckel der Container ferngesteuert geöffnet und die Drohnen gestartet. Aufgrund des Überraschungs­effekts und des gleichzeitigen Angriffs auf mehrere Ziele konnten die russischen Streitkräfte nicht rechtzeitig Alarm schlagen und damit ihre Flugzeuge nicht rechtzeitig in die Luft bringen oder sie aktiv verteidigen. 117 Drohnen und Piloten beteiligt Wie der Leiter des SBU, Generalleutnant Wassyl Malyuk, später über die Einzelheiten der Operation berichtete, waren an den Angriffen 117 Drohnen und 117 Piloten beteiligt. Jeder Pilot hatte ein klares Flugmuster und einen bestimmten Ort zugewiesen bekommen, an dem er einen bestimmten Flugzeugtyp angriff, um maximalen Schaden anzurichten. Laut dem ukrainischen Geheimdienst wurden bei der Operation etwa 40 russische Bomber beschädigt oder zerstört. Der Gesamtschaden entspricht etwa 34 Prozent der strategischen Marschflugkörperträger Russlands. Videoaufnahmen zeigen, dass sich unter den beschädigten Maschinen die teuren Typen A-50, Tu-95, Tu-22M3 und Tu-160 befinden.

via taz: Ukrainische Angriffe Ein Drittel von Russlands Bomberflotte zerstört

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