Seit drei Jahren geschieht an deutschen Schulen etwas Merkwürdiges: Die Zahl der Bombendrohungen steigt rasant. Woher kommen sie? Die Spurensuche führt ins Ausland. In einem Gymnasium im Osten Berlins am Ende eines langen Flures sitzt der Schulleiter in seinem Büro am Schreibtisch. Er scrollt durch sein Mailpostfach. Die E-Mail, die er sucht, ist am 6. Oktober des vergangenen Jahres eingegangen, einem Sonntag, abends um 20:48 Uhr. Sie beginnt: “Entschuldigung für die plötzliche und unangemessene Sprengnachrichtendrohung … der Sprengsatz wurde während der Wartungsarbeiten in eurem Gebäude deponiert und wird am Montag um 12 Uhr explodieren.” (…) Der Berliner Schulleiter möchte nicht, dass der Name seiner Schule oder sein eigener genannt werden, noch laufen die Ermittlungen der Polizei. Doch wie seiner Schule erging es in den vergangenen Jahren sehr vielen in Deutschland: Sie wurden anonym bedroht. (…) Ähnlich erging es einer Ganztagsschule in Niedersachsen, einem humanistischen Gymnasium in Hamburg, einer kleinen Grundschule in einem Dorf in Hessen, einer Realschule in Rheinland-Pfalz: Sie alle erhielten Bombendrohungen. Die ZEIT hat mit insgesamt 33 Schulen in zwölf Bundesländern gesprochen, die alle ähnliche Begebenheiten berichten. Alle erhielten Drohschreiben und unterbrachen den Unterricht. In keinem Fall wurde ein Sprengsatz gefunden. Die Zahl solcher Drohungen gegen Schulen ist sprunghaft gestiegen, seit Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Frühjahr 2022 begonnen hat. Sie hat sich im Vergleich zum Jahr zuvor verachtfacht (…) In der Ukraine wurden schon vor Ausbruch des Kriegs zahlreiche Schulen bedroht, inzwischen geht die Zahl der Vorfälle dort in die Tausende. Viele der Anrufe und Mails seien aus den besetzten Regionen Donezk und Luhansk heraus verschickt worden, berichtete die Polizei. Der ukrainische Geheimdienst SBU sieht darin ein Element der hybriden Kriegsführung Russlands. Auch in Ländern, die sich solidarisch mit der Ukraine zeigen, tauchen seit Kriegsbeginn vermehrt anonyme Bombendrohungen gegen Schulen auf. Unmittelbar mit dem russischen Überfall im Februar habe das angefangen, sagt etwa ein hochrangiges Mitglied einer litauischen Sicherheitsbehörde. An manchen Tagen seien bis zu zehn solcher Drohanrufe an Schulen in Litauen eingegangen. Tschechien und die Slowakei erlebten ganze Wellen anonymer Bombendrohungen mit Beginn des neuen Schuljahres. Hunderte Schulen wurden dort im September vergangenen Jahres attackiert. “Dafür sind russische Hackergruppen verantwortlich.” Der estnische Inlandsgeheimdienst warnt offen vor dieser Sabotagetaktik: “Wir hatten im vergangenen Jahr sehr, sehr viele davon”, sagt Marta Tuul, die Sprecherin des Kaitsepolitseiamet, kurz Kapo. “Dafür sind russische Hackergruppen verantwortlich.” Denen gehe es darum, Russlands Aktivitäten in der Ukraine zu unterstützen. Aber natürlich wollten sie damit auch “Angst und Verwirrung in der estnischen Bevölkerung säen und Estlands Ressourcen erschöpfen”.
Gewehre und Pistolen aus dem 3D-Drucker
Ein 55 Jahre alter Mann aus Wuppertal-Elberfeld soll mehrere scharfe Schusswaffen illegal in seiner Wohnung gelagert und einige davon sogar selbst produziert haben. Aufgefallen war er aber an seinem Arbeitsplatz bei den Wuppertaler Stadtwerken.Bei einer Read more