Die AfD hat die Union erstmals in einer Umfrage eingeholt. Beide Parteien stehen nun bei 24 Prozent. In CDU und CSU macht sich Unruhe breit – auch bei Wolfgang Bosbach. Sechs Wochen nach der Bundestagswahl liegt die AfD zum ersten Mal gleichauf mit der Union. Beide Parteien kommen in einer aktuellen Umfrage auf jeweils 24 Prozent. Laut Sonntagstrend von Insa für die „Bild“-Zeitung musste die Union zwei Prozentpunkte abgeben. Die AfD legte um einen Prozentpunkt zu. (…) „Dass die Union in den aktuellen Umfragen abgerutscht ist, wundert mich nicht“, sagte CDU-Urgestein Wolfgang Bosbach dem Tagesspiegel. Im Wahlkampf habe man immer betont, an der Schuldenbremse festzuhalten. „Aber schon wenige Tage nach dem Wahltermin klang alles völlig anders.“ Der Bundestag habe im Eiltempo ein gewaltiges Schuldenpaket beschlossen, ohne dass die Spitzen von CDU und CSU diese plötzliche Kurskorrektur hinreichend begründet hätten. „Das hat viele Anhänger der Union irritiert und enttäuscht.“ Von diesem enttäuschten Vertrauen profitiere vor allem die AfD. Dass sich CDU-Chef Friedrich Merz nun in dieser schwierigen Lage befindet, führte Bosbach auf allzu vollmundige Versprechen im Wahlkampf zurück. CDU und CSU hatten den Wählern nicht nur die Einhaltung der Schuldenbremse zugesagt, sondern auch eine Erhöhung von Pendlerpauschale und Mütterrente sowie eine ermäßigte Umsatzsteuer für die Gastronomie in Aussicht gestellt. „Das fällt uns jetzt vor die Füße“, sagte Bosbach. Im neuen „Deutschlandtrend“ von Infratest dimap bescheinigen 68 Prozent der CDU, bei dem Kurswechsel „nicht glaubwürdig“ zu wirken.

via tagesspiegel: „Das fällt uns jetzt vor die Füße“: CDU-Urgestein Bosbach rechnet mit Merz-Kurs ab