Die Jusos beider Basel kritisieren die Fasnacht als unsicheren Ort für Frauen, Queere und Rassifizierte. Das Fasnachts-Comité sieht kein systematisches Problem und distanziert sich von allen Formen der Diskriminierung. Mit Transparenten und Plakaten haben Mitglieder der Juso beider Basel während der Fasnacht ihre Kritik an den „drei scheenschte dääg“ geäußert. Foto: Juso beider Basel Mit Schildern auf dem Münsterplatz stehend haben Mitglieder der Juso beider Basel während der Fasnacht ihre Kritik an den “drei scheenschte dääg” öffentlich sichtbar gemacht. “Syg wie de wottsch, usser du bisch: schwarz, queer, trans, e Frau, behindert, migrantisch”, war etwa in Anlehnung an das diesjährige Motto der Fasnacht auf einem der Transparente zu lesen. In einer entsprechenden Medienmitteilung erklären die Mitglieder der Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP) die Hintergründe. Die Basler Fasnacht gelte als traditionsreiches, weltoffenes Fest, an dem alle willkommen sein sollen, doch die Realität sehe anders aus, heißt es darin. “Immer wieder berichten Betroffene von rassistischen, sexistischen und queerfeindlichen Vorfällen.” Besonders Frauen und queere Menschen seien während der “drei scheenschte dääg” häufig sexueller Belästigung ausgesetzt. So würden zum Beispiel immer wieder gezielt junge Frauen mit Räppli gestopft – also mit Konfetti eingeseift – und die Gelegenheit dann für ungewollte Berührungen missbraucht. “Wir fordern nicht viel – nur dass sich alle Menschen an der Fasnacht sicher fühlen können”, wird Angel Yakoub, Präsidentin der Juso Baselland, in der Medienmitteilung zitiert. Konkret verlangt die Jugendorganisation der SP von den Basler Regierungen und dem Fasnachts-Comité, das die beiden Umzüge (Cortège) organisiert, “wirksame Schutzkonzepte”: ein Awareness-Team vor Ort, eine Notfall-Hotline, klare Konsequenzen für diskriminierende und belästigende Handlungen und ein Verbot von rassistischen, sexistischen und ableistischen (behindertenfeindlichen) Kostümen sowie Cliquen- und Guggennamen. Außerdem fordert die Juso von den Regierungen, Zahlen zu erheben, “die das Ausmaß der Gewalt und Diskriminierung aufzeichnen”.

via badische zeitung: Rassistisch, sexistisch, queerfeindlich: Jusos beider Basel kritisieren Fasnacht