Einer Studie zufolge ist die AfD dort besonders erfolgreich, wo es auch schon die NSDAP war. Wir haben die Wahlergebnisse der Dreißigerjahre mit denen von heute verglichen. Wo die NSDAP erfolgreich war, ist es heute die AfD – so lautet das Ergebnis eines bundesweiten Vergleichs der Wahlergebnisse früher und heute. Die Untersuchung auf Ebene von Städten und Gemeinden stammt von Davide Cantoni, einem italienischen Wirtschaftshistoriker und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität München. Er und seine Mitautoren argumentieren in der bereits 2019 erschienenen Studie, dass politische Einstellungen, darunter rechtes Gedankengut und die Zustimmung zu Rechtspopulisten, über Generationen hinweg weitergegeben werden. (…) In der auf Englisch erschienenen Untersuchung der LMU München werden die Wahlergebnisse auf Gemeindeebene von 1928, 1930 und 1933 mit jenen der Bundestagswahl 2013 und 2017 untersucht. 2013, als die AfD noch rein ökonomisch konservativ gewesen sei, habe es keinen Zusammenhang zu Wahlergebnissen der Nazi-Partei gegeben, so die Autoren. Das habe sich geändert, nachdem die AfD 2015 einen scharfen Schwenk nach rechts hin zu einer Rechtsaußen-Partei gemacht habe. 2017, als die AfD bei einer Bundestagswahl erstmals eine fremdenfeindliche und rechtspopulistische Plattform bot, sei die Korrelation NSDAP/AfD stark und deutlich gewesen. Anders als frühere bundesrepublikanische rechtsextreme Parteien wie die NPD oder die Republikaner sei die AfD zunächst als bürgerlich-konservativ wahrgenommen worden und deshalb nicht wie ihre radikalen Vorgänger stigmatisiert gewesen. Deshalb sei die Scheu, sie 2017 nach ihrem plötzlichen Rechtsschwenk zu wählen, nicht stark gewesen. Vor allem frühere Nichtwähler hätten, zumindest 2017, die AfD gewählt. Die Zustimmung zur NSDAP vor 90 Jahren sei zur Erklärung der AfD-Erfolge ähnlich wichtig wie Arbeitslosigkeit, Verlust von gut bezahlten Industriejobs oder die Unsicherheit wegen der Zuwanderung. Am stärksten sei der Zusammenhang bei der Reichstagswahl 1933, als die NSDAP weniger offen antisemitisch als 1928 und 1930 und mehr als rechte Massenbewegung aufgetreten sei. Unter anderem daraus schließen die Autoren, dass Antisemitismus, ein Kernmerkmal der NSDAP, nicht die starke Korrelation NSDAP/AfD erkläre, sondern rechtes Gedankengut wie Nationalismus und Fremdenhass.

via mainpost: Wie der Zusammenhang zwischen Wahlergebnissen für NSDAP und AfD im Raum Gemünden ist

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