Das Kollektiv Kleistermeister:innen protestiert mit subversiven Plakaten in Frankfurt. Bis zur Bundestagswahl sollen Motive an vielen Orten zum Denken anregen. Wir zitieren ja nur. Das ist jetzt nicht die mit allen abgestimmte Meinung der Redaktion, sondern wir lesen quasi nur vor. Achtung: „Die AfD ist ein Scheissverein und gehört verboten.“ Daneben sind auf der einen Seite vermutlich Jahreszahlen abgebildet, auf der anderen Wasserstände. 2015 stand das Wasser demnach bei 15 Fuß, 2020 bei 20, und 2070 wird es folglich bei 70 Fuß stehen, Tendenz weiter steigend. Unten auf dem Plakat steht auf Englisch: „Bitte beachten: Dieses Plakat sollte bei 15 Fuß gelesen und sein Inhalt darf nicht vergessen werden.“ Die Interpretation der Details ist der Betrachterin, dem Betrachter auf der Berger Straße überlassen. Die Kernaussage dürfte klar sein. Stell dir vor, es ist Bundestagswahl, und Plakate beziehen eindeutig Stellung. Die explizite AfD-Einordnung ist nur eines von mehreren Motiven, die seit der vorigen Woche an öffentlichen Orten in Frankfurt auftauchen. Da gibt es an zentralen Stellen etwa im Westend, in Bornheim und im Nordend unter anderem den CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz zu sehen. Abgebildet auf einem blauen Karton des Telekommunikationsgeräts „Fritz-Box“, Aufschrift: „Fritz! AfD-Repeater“, also auf Deutsch: AfD-Verstärker, und weiter unten steht: „Mit High-Speed nach rechts“. (…) Wer steckt dahinter? Die Kleistermeister:innen sind es. Mit ihren Namen wollen sie nicht in Erscheinung treten, auch nicht unbedingt mit der FR telefonieren, aber ein paar Sätze zu ihrer Motivation schicken sie auf Anfrage gern. „Wir sind eine kleine Gruppe Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet, die sich zusammengefunden hat, um der Allgegenwärtigkeit von belangloser und konsumfördernder Werbung etwas entgegenzusetzen“, schreiben sie. Aber nicht irgendwas entgegenzusetzen. Der öffentliche Raum, der den Bürgerinnen und Bürgern gehört, werde in seinem Erscheinungsbild zunehmend durch großflächige Werbung kommerzieller Unternehmen bestimmt – „unsere demokratischen Werte kommen nicht vor“. Viele dieser Unternehmen stünden für ein „Weiter so“ des maßlosen Ressourcenverbrauchs, für entfesseltes Wachstum und „die Anhäufung von Reichtum und Macht in den Händen Weniger auf Kosten der Zukunft von uns allen“.

via fr: Frankfurt: Reklame gegen rechts

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