Wie kam die Wahlwerbung des Superunternehmers auf die Meinungsseite der „Welt am Sonntag“? Jetzt will es der Springer-Aufsichtsrat und Tech-Unternehmer Martin Varsavsky gewesen sein. Martin Varsavsky hat schon viele Ideen in die Welt gesetzt. Unter anderem gründete der gebürtige Argentinier eine Gruppe von US-Fertilitätskliniken oder eine Internetfirma, bei der Nutzer ihr eigenes Netz bauen; auch ein Start-up für den Einsatz von autonomen Fahrzeugen gehört zu seinen Unternehmungen, als Investor ist er ebenfalls aktiv. Vieles davon kann man auf der Website des Axel-Springer-Verlags nachlesen. Denn der umtriebige Tech-Unternehmer Varsavsky ist seit 2014 im Aufsichtsrat des Konzerns, der sich seit dem vollständigen Erwerb des Nachrichtenunternehmens Politico 2021 stärker in Richtung USA orientiert, wo er bereits die Marke Business Insider besitzt. Springer-Chef Mathias Döpfner sitzt in mehreren Aufsichtsgremien von US-Firmen, dem Superunternehmer Elon Musk trug er früh an, der solle doch Twitter kaufen, er könne publizistisch helfen. Beide sind schon länger miteinander bekannt. Wie die Financial Times berichtete, war Musk Gast bei Döpfners 60. Geburtstag in Italien. „Er mochte die Idee, schrieb den Artikel und die Welt publizierte ihn.“ Nun will Varsavsky wieder etwas in die Welt gebracht haben, genauer gesagt in die Welt am Sonntag. Auf X erklärt er, er sei der Ideengeber hinter dem umstrittenen, Ende Dezember im Meinungsteil der Zeitung publizierten Gastbeitrag von Elon Musk, der die AfD dort als einzige Rettung für Deutschland bezeichnet. Varsavskys Schilderung in dem Post geht so: Musk hatte bereits zuvor auf X seine Unterstützung der AfD deutlich gemacht. Als sein Freund habe er, Varsavsky, die Möglichkeit gesehen, Musk könne seine Ansichten tiefergehender darlegen. Er habe dazu die Welt-Chefredakteurin Jennifer Wilton kontaktiert, die „nach sorgfältiger Überlegung“ zugestimmt habe: Ein solcher Text von Musk hätte „signifikanten Nachrichtenwert“ und sei es wert, publiziert zu werden, schreibt Varsavsky. Erst dann habe er Elon Musk erreicht und ihm den großen Effekt erklärt, den so ein Text mutmaßlich haben könnte. „Er mochte die Idee, schrieb den Artikel und die Welt publizierte ihn.“

via sz: AfD-Wahlwerbung in der „WamS“ : Elon Musks Freund bei Springer