Nach monatelangen Verhandlungen spricht das Gericht Dominique Pelicot der schweren Vergewaltigung schuldig und verhängt die Höchststrafe. Auch alle anderen Angeklagten befindet das Gericht für schuldig. Nach 14 Verhandlungswochen verkündet das Gericht die Urteile im Vergewaltigungsprozess mit 51 Angeklagten. Dominique Pelicot, der Ex-Mann des Opfers, wird der schweren Vergewaltigung schuldig gesprochen. Dafür muss er 20 Jahre in Haft. Das Urteil gegen den 72-Jährigen ist noch nicht rechtskräftig. Die Anwältin von Dominique Pelicot, Béatrice Zavarro, sagte nach der Verkündung, ihr Mandat habe das Urteil zur Kenntnis genommen. Ob er in Berufung gehe, sei noch nicht entschieden. Der Ex-Mann der Französin hatte seine damalige Frau über fast zehn Jahre hinweg immer wieder mit Medikamenten betäubt, sich an ihr vergangen und sie Fremden zur Vergewaltigung angeboten, wie er vor Gericht gestand. Etwa 200 Vergewaltigungen dürfte Gisèle Pelicot auf diese Art erlitten haben, wie sie vor Gericht angab. Ihr Ehemann hielt die Taten auf Hunderten Videos und Fotos fest. Die Ermittler vermuten, dass es ein Dutzend weitere, bislang noch unbekannte, Täter gibt. Pelicot bekam wegen der starken Medikamente, die ihr damaliger Partner ihr ins Essen mischte, von den jahrelangen sexuellen Übergriffen nichts mit. Ans Licht kamen die Taten erst, als Dominique Pelicot im September 2020 festgenommen wurde, weil er im Supermarkt Frauen unter den Rock gefilmt hatte. Ermittler fanden danach bei ihm die Missbrauchsbilder. Neben Dominique Pelicot standen 50 weitere Männer vor Gericht. Zum Tatzeitpunkt sollen sie zwischen 21 und 68 Jahren alt gewesen sein. Auch sie befindet das Gericht für schuldig. Einen von ihnen sprach das Gericht lediglich wegen versuchter Vergewaltigung schuldig, zweien legte es sexuelle Gewalt zulasten. Alle anderen verurteilte das Gericht wegen schwerer Vergewaltigung. Es verhängte für die 50 Männer Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren. Eine Handvoll der Verurteilten kommt wegen der bereits verbüßten Untersuchungshaft auf freien Fuß. In der Summe blieb das Gericht mit seinem Strafmaß deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die bis zu 18 Jahre Gefängnis gefordert hatte

via sz: Prozess in Avignon : Ex-Mann von Gisèle Pelicot zu 20 Jahren Haft verurteilt

siehe auch: Urteil in Frankreich Vergewaltigungsprozess in Avignon: Haupttäter zu 20 Jahren Haft verurteilt – Gisèle Pelicot: Bereue öffentliches Verfahren nicht Im Vergewaltigungsprozess von Avignon ist der Hauptangeklagte Dominique Pelicot zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach den 72-Jährigen in allen Punkten schuldig. Pelicot hatte seine frühere Ehefrau fast zehn Jahre lang immer wieder betäubt und im Internet zur Vergewaltigung angeboten. Auch die 50 Mitangeklagten wurden schuldig gesprochen. Die meisten von ihnen standen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte für sie Haftstrafen von vier bis 18 Jahren gefordert. Die meisten ließen während des Prozesses über ihre Anwälte erklären, sie hätten nicht gewusst, was sie taten – anders als der Hauptangeklagte, der sich als schuldig bekannte. „Die Schande soll die Seite wechseln“ Der Prozess geht mit der Urteilsverkündung nach 14 Verhandlungswochen zu Ende. Die Ermittler vermuten, dass es weitere Täter gibt, die nicht identifiziert werden konnten. In Frankreich wird das Opfer Gisèle Pélicot als Heldin gefeiert. Die 71-Jährige hatte verlangt, dass öffentlich verhandelt wird und auch die Videoaufzeichnungen der Taten gezeigt werden. Sie wolle, dass andere missbrauchte Frauen durch sie Mut bekämen, sagte sie vor Gericht. Sie wolle, dass „die Schande die Seite wechsele“. Nach Abschluss des Prozesse sagte die 71-Jährige, sie habe ihre Entscheidung nicht bereut. Allerdings sei es „sehr schwierig“ für sie gewesen. Zugleich bedankte sich Gisèle Pelicot für die große Unterstützung; Gisèle Pelicot rape trial: ex-husband jailed for 20 years as all 51 men found guilty Gisèle Pelicot addresses other sexual violence victims after the verdicts, saying outside court: ‘We share the same fight’ Who are the men convicted over rape and assault? Cheers, chants and hope: supporters thank Gisèle Pelicot. Gisèle Pelicot has paid tribute to sexual violence victims still fighting for recognition in society after her ex-husband and 50 other men were found guilty in the biggest rape trial in French history. As political leaders hailed the trial as a turning point in the battle against rape culture and victim shaming, Pelicot, 72, said on Thursday that she had never regretted her decision to waive her right to anonymity in order to hold the trial in public. As crowds of supporters gathered in the French city of Avignon to cheer her on, she said outside court that on the final day of the months-long trial she was thinking “of the unrecognised victims, whose stories often remain in the shadows”. “I want you to know that we share the same fight,” she said. “When I opened the doors to this trial that began on 2 September, I wanted all of society to be a witness to the debates that took place here … I now have confidence in our capacity to find a better future where everyone, women and men alike, can live in harmony with respect and mutual understanding.” Her ex-husband, Dominique Pelicot, one of the worst sex offenders in modern French history, was sentenced to 20 years in prison for drugging her and inviting dozens of men to rape her in her home in the south of France over almost a decade of their marriage. The presiding judge, Roger Arata, said the 72-year-old would not be eligible for parole until he had served two-thirds of his sentence.

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