Nach mehreren Beschwerden könnte es zu einem Prüfverfahren der Medienanstalt Berlin-Brandenburg kommen. Es geht um die journalistische Sorgfaltspflicht. Das News-Portal „Nius“ ist ins Visier der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) geraten, nachdem mehrere Beschwerden gegen das rechtspopulistische Portal bei den Medienaufsehern eingegangen sind, bestätigte die Medienanstalt dem Tagesspiegel einen Bericht von T-Online. Für den Inhalt von „Nius“ verantwortlich ist der frühere „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. „Die MABB geht jeder Beschwerde nach. Wenn Anhaltspunkte für Verstöße gegen die journalistischen Sorgfaltspflichten vorliegen, entscheidet die MABB über mögliche weitere Verfahrensschritte. Dies kann je nach Fallgestaltung ein niedrigschwelliges Hinweisschreiben sein, aber auch die Einleitung eines förmlichen Aufsichtsverfahrens“, teilte die Medienanstalt weiter mit. Das News-Portal war gerade erst in die Schlagzeilen geraten, weil es dem österreichischen Publizisten Stefan Weber eine vierstellige Summe dafür gezahlt haben soll, die Diplomarbeit und Dissertation von Alexandra Föderl-Schmid auf mögliche Plagiate zu untersuchen. Wegen der Vorwürfe hatte die Vize-Chefredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“ ihre Tagesgeschäfte ruhen lassen. Der Trierer Politikwissenschaftler Markus Linden bezeichnete „Nius“ im T-Online-Beitrag als „rechtspopulistisches Agitationsformat mit journalistischem Anstrich“. Für die Medienanstalt Berlin-Brandenburg ist hingegen entscheidend, ob und in welchem Maße die journalistischen Sorgfaltspflichten verletzt werden (…) Im Jahr 2021 hatte die Medienanstalt Berlin-Brandenburg ein Verfahren gegen das Portal „KenFM“ um den Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen eröffnet. Ihm wurden permanenten Verletzungen der journalistischen Sorgfaltspflichten vorgeworfen. Nachdem er zu einer Stellungnahme aufgefordert wurde, kündigte er die Verlagerung des Angebots ins Ausland an. Das Verfahren wurde Ende 2021 eingestellt, nachdem KenFM vom Netz genommen wurde.
via tagesspiegel: Sorgfaltspflicht verletzt?: Reichelt-Portal „Nius“ im Visier der Medienaufsicht
siehe auch: Rechtes Onlineportal :Medienanstalt untersucht Nius Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (Mabb) untersucht das rechte Onlineportal Nius. Die journalistische Sorgfaltspflicht sei nicht erfüllt. Nach Informationen von T-online wird das rechtspopulistisch Online-Portal nius.de von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (Mabb) untersucht. Es soll die Frage beantwortet werden, ob und in welchem Umfang Nius gegen die journalistische Sorgfaltspflicht verstößt. Der ehemalige Bild-Chefredakteur Julian Reichelt, der wegen Vorwürfen des Machtmissbrauchs gehen musste, gründete Nius im Juli 2023. (…) Mögliche Konsequenzen können bis zu einer (wenn auch unwahrscheinlichen) Sperrung der Seite reichen, sollen die Kritikpunkte in der Anhörung nicht entkräftet werden. Darüber wird nicht die jeweilige Landesmedienanstalt, sondern die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten entscheiden, da es sich bei Nius um ein bundesweites Angebot handelt.

Von © Superbass / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, Link