Seine Treue zu Russlands Machthaber Putin hat seinen Ruf in Deutschland ruiniert, doch Gerhard Schröder ficht das nicht an: Das zeigt jetzt ein Termin des Altkanzlers in Berlin. Wäre der Artikel in der »Berliner Zeitung«  nicht erschienen, die Öffentlichkeit hätte vermutlich nie davon erfahren. »Anlässlich des Gedenkens des Sieges der Sowjetunion im vom nationalsozialistischen Deutschland angezettelten Angriffskrieg lud der Botschafter der Russischen Föderation, Sergej Netschajew, zu einem Empfang in die russische Botschaft«, lautet der erste Satz des Artikels. Und die stilistische Anmutung einer »Aktuelle Kamera«-Sendung wird in dem Text voller Substantivierungen und Bandwurmsätze konsequent durchgezogen. Gegen Ende des Textes erfährt, wer dann noch da ist, vom Reporter Folgendes: »Aus der deutschen Politik waren Altkanzler Gerhard Schröder mit seiner Frau So-yeon Schröder-Kim, der frühere SED-Generalsekretär Egon Krenz, Klaus Ernst von der Linkspartei sowie die AfD-Politiker Alexander Gauland und Tino Chrupalla erschienen.« Schröder? Krenz, Ernst, Gauland, Chrupalla? Der ehemalige Bundeskanzler nimmt mit seiner Frau an einer Veranstaltung der russischen Botschaft teil – zusammen mit zwei AfD-Politikern und einem ehemaligen DDR-Machthaber? (…) Bleibt noch die Frage, warum die »Berliner Zeitung« eigentlich einen Reporter zu einer Gedenkveranstaltung in der russischen Botschaft schickt – während große Teile der deutschen Medien nicht einmal von dem Termin wissen. Aber das muss man vielleicht Herausgeber Holger Friedrich fragen – auf Twitter tauchte ein Foto auf , das ihn selbst vor Ort zeigen soll.

via spiegel: Empfang am 9. Mai Schröder feiert in russischer Botschaft – Krenz und Chrupalla auch dabei

siehe auch: Schröder und Chrupalla zu Gast bei Empfang in der russischen Botschaft Der Altkanzler war Teilnehmer einer Veranstaltung, an der auch der AfD-Parteichef und der frühere SED-Politiker Egon Krenz teilnahmen. Grünen-Politikerin Harms spricht von den “deutschen Handlangern Putins”. An einem Empfang der russischen Botschaft in Berlin zum Jahrestag des Sieges über Nazideutschland haben einzelne aktive und ehemalige deutsche Politiker teilgenommen, darunter der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und AfD-Chef Tino Chrupalla. Schröder war nach Angaben Chrupallas und anderer Teilnehmer mit seiner Ehefrau So-yeon Schröder-Kim dort, Schröder selbst reagierte auf Anfragen dazu bislang nicht. (…) Für den Empfang in der russischen Botschaft und die Teilnahme von Schröder, Chrupalla und Ernst gibt es viel Kritik. Grünen-Politikerin Rebecca Harms, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, schrieb auf Twitter: “Deutsche Handlanger Putins im russischen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine: Chrupalla. Ernst. Schröder.” Der Jahrestag des Sieges über Nazideutschland diene in diesem Fall “der Rechtfertigung von totalitärer Herrschaft in Russland und von Terror und Krieg”, schrieb Harms. Vor dem Wort “Terror” ist in ihrem Tweet eine russische Flagge zu sehen. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz äußerte sich ebenfalls auf Twitter. Der Ex-Generalsekretär der CDU kommentierte mit dem Wort “Passt” einen Satz aus dem Bericht der Berliner Zeitung: “Aus der deutschen Politik waren Gerhard Schröder mit seiner Frau So-yeon Schröder-Kim, der frühere SED-Generalsekretär Egon Krenz, Klaus Ernst von der Linkspartei sowie die AfD-Politiker Alexander Gauland und Tino Chrupalla erschienen.”

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