KI macht uns nicht nur denkfaul – sie lässt uns dabei noch selbstsicherer werden. Warum das so gefährlich ist. Wer mit Künstlicher Intelligenz regelmäßig die Antworten auf seine Fragen sucht, schaltet das eigene Denken und Forschen ab. Was manche längst ahnten, wird durch eine aktuelle Studie belegt. Die Forschung der University of Pennsylvania zeigt: Selbst wenn ein KI-Chatbot falsche Antworten liefert, übernehmen Nutzer diese in rund 73 Prozent der Fälle ohne Prüfung. Die Forscher nennen dieses Verhalten “kognitive Kapitulation” – und sehen darin ein wachsendes Problem. Schnelles Denken, langsames Denken – und jetzt die KI Die Psychologie unterscheidet seit Langem zwei Denkweisen: schnelle, intuitive Reaktionen und langsames, überlegtes Nachdenken. Die Forscher ergänzen dieses Modell nun um eine dritte Kategorie – die “künstliche Kognition”. Damit meinen sie Entscheidungen, die nicht aus dem eigenen Verstand stammen, sondern aus einem Algorithmus. Der Unterschied zu früheren Hilfsmitteln wie Taschenrechnern oder Navigationsgeräten ist dabei grundlegend. Wer einen Taschenrechner nutzt, lagert eine klar umrissene Teilaufgabe aus und prüft das Ergebnis. Wer hingegen einem Chatbot folgt, übernimmt häufig die gesamte Schlussfolgerung – mit nur minimalem eigenem Denkaufwand. (…) Nicht alle Teilnehmer reagierten gleich. Personen mit hohem Vertrauen in Künstliche Intelligenz ließen sich deutlich häufiger von falschen Antworten irreführen. Wer hingegen bei Tests zur fluiden Intelligenz gut abschnitt, erkannte Fehler der KI öfter und korrigierte sie. Die Forscher identifizierten drei Nutzertypen: “Kapitulierende”, die KI-Antworten ungeprüft übernahmen, “Unabhängige”, die den Chatbot gar nicht erst nutzten, und “Korrektoren”, die Fehler erkannten und überstimmten.
via telepolis: Jetzt belegt: KI macht uns denkfaul und manipulierbar
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