AfD-Politiker Frohnmaier will Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden, nun aber sieht auch er sich Vorwürfen der Vetternwirtschaft ausgesetzt. Die Kritik kommt aus den eigenen Reihen. Nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft gegen den baden-württembergischen AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Markus Frohnmaier, haben sich Spitzenvertreter seines Landesverbands von der Beschäftigung von Familienmitgliedern distanziert. „Das hat auf jeden ein Geschmäckle“, sagt etwa Südwest-Fraktionschef Anton Baron der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei die Praxis der Überkreuz-Anstellungen völlig legal. Aber man könne dabei nicht ausschließen, dass es wirklich nur um Leistung gehe. „Wir legen extrem viel Wert auf Leistung und Qualifikation.“ Frohnmaier hatte bestätigt, dass seine Frau für den AfD-Bundestagsabgeordneten Johann Martel arbeitet. Der 34-Jährige selbst weist die Vorwürfe zurück. „Man muss immer mal schauen, wie ist eigentlich jemand für eine Aufgabe qualifiziert, und per se zu sagen, nur weil man irgendwie aus der Familie kommt, darf der nicht mehr Politik machen oder für eine Partei arbeiten, das ist falsch“, sagte Frohnmaier dem SWR. Es komme auf den Einzelfall an.
via tagesspiegel: Neue Vetternwirtschaftsvorwürfe: Frau von AfD-Spitzenpolitiker Frohnmaier arbeitet für Parteikollegen
siehe auch: Vetternwirtschaft bei der AfD Mein Sohn braucht einen Job … Die AfD schimpft gerne über die „Selbstbedienungsmentalität der Altparteien“. Jetzt hat sie selbst einen Skandal an der Backe. Der Versuch eines Überblicks. (…) Verfeindete Parteifreunde öffnen ihre Giftschränke, und zum Vorschein kommen zahlreiche dubiose Beschäftigungsverhältnisse von Familienangehörigen. Der extrem rechte Vordenker Götz Kubitschek spricht von „Verhausschweinung“ und fordert, dass „aufgeräumt“ werden muss. Björn Höcke warnt, „wachsam“ zu sein, und Parteichef Tino Chrupalla sprach von einem „Geschmäckle“ – blöd nur, dass sich danach herausstellte, dass er selbst die Frau eines Parteifreundes beschäftigt. (…) Denn tatsächlich scheinen Bereicherungsnetzwerke wie in Sachsen-Anhalt kein Einzelfall in der Partei zu sein. Allein im Europaparlament wurden diese Woche drei ähnliche Fälle bekannt. Ebenfalls gibt es offenbar ein geschlossenes Einflussnetzwerk im Landesverband Niedersachsen, das sich Posten zuschustern und Intrigen spinnen soll. Wer sich in der Partei umhört, erfährt, dass die Praxis auch in der Bundestagsfraktion häufig vorkommen soll. Interne Schätzungen reichen von „wenigen Einzelfällen“ bis zur Hälfte der rund der 151 AfD-Bundestagsabgeordneten.