Die in weiten Teilen rechtsextreme AfD-Partei würde gerne “nicht-deutsche” Bürger:innen ausweisen. Dass dahinter oft nicht mehr als politisches Kalkül und Schikane steckt, zeigt sich an einer aktuellen Kampagne. Gendern, geschlechtsneutrale Anreden oder diskriminierungsfreie Sprache: Die Art, wie wir miteinander reden, ist längst politisch. Vor allem in der rechten bis rechtsextremen Szene ist es ein beliebtes Mittel, die Sprache der “woke” Blase zu degradieren. Die in weiten Teilen rechtsextreme AfD-Partei ist seit Jahren ganz vorn dabei, wenn es um den vermeintlichen Schutz der eigenen Sprache geht. Parteichefin Alice Weidel nannte Gendern einst “Vergewaltigung der Muttersprache”. Dabei scheint es auch in der eigenen Partei nicht unbedingt an Sprachgenies zu wimmeln. AfD Sachsen blamiert sich mit Grammatikfehlern In einem aktuellen Instagram-Post der AfD Sachsen wollten die Verantwortlichen eigentlich ebenfalls auf die Bedeutung der deutschen Sprache aufmerksam machen. Der Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem beobachtet. “Wer die deutsche Staatsbürgerschaft haben möchte, muss flüssiges Deutsch sprechen”, heißt es nun in einer Caption in Bezug auf Anforderungen für Einbürgerungsanträge in Deutschland. Auf der entsprechenden Slide steht ein ähnlicher Satz. Aber, Moment. “Flüssiges Deutsch”? Wer hier stockt und ein komisches Gefühl im Magen hat, sei beruhigt: Nicht nur hat die These einen diskriminierenden Charakter, sie ist grammatikalisch auch einfach falsch. Heißt es “flüssig” oder “fließend” sprechen? Denn was hier eigentlich gemeint war, ist “fließend”. Flüssig beschreibt einen Aggregatzustand und wird umgangssprachlich mitunter auch dafür verwendet zu erklären, dass jemand eine Menge Geld auf dem Konto hat. Man kann laut Duden auch sagen, dass jemand flüssig spricht. Gemeint ist in diesem Fall aber, dass jemand etwa während eines Vortrags oder einer Rede spricht, ohne zu stocken. Wenn es darum geht, eine Sprache gut zu beherrschen, ist laut deutscher Grammatik von “fließend” die Rede.

via watson: Flüssig oder fließend? AfD Sachsen blamiert sich mit Deutsch-Fehler in Wahlwerbung