Als Gesundheitsminister hat CDUler Spahn viel öffentliches Geld verschwendet. Neue Recherchen von CORRECTIV enthüllen einen besonders sinnlosen Deal: für hunderte Millionen Euro eingekaufte Covid-Arzneien mussten entsorgt werden. Diese hunderte Millionen Euro schwere Bestellung von Jens Spahn ging in Flammen auf: Im Winter 2020/2021 ließ der damalige CDU-Gesundheitsminister zehntausende Dosen monoklonaler Antikörper gegen Covid-19 im Feuer vernichten. Die Medikamente waren abgelaufen – und hatten ohnehin kaum Patienten geholfen. CORRECTIV-Recherchen zufolge lösten sich mit der Entsorgung auch zugleich hunderte Millionen Euro Steuergelder in Rauch auf: Bekannt war bislang nur, dass Spahn im Januar 2021 monoklonale Antikörper-Arzneien für 400 Millionen Euro einkaufte. Doch hinzu kamen noch knapp 200 Millionen Euro für weitere Dosen derselben Arznei und für weitere Wirkstoffe, die die Bundesregierung bestellte. Erstmals bestätigte das Gesundheitsministerium gegenüber CORRECTIV, dass die meisten Dosen nie genutzt wurden – und die Vernichtung der unbrauchbaren Medikamente weitere Tausende Euro kostete. Wie viel insgesamt kann das Ministerium nicht einmal benennen. Damit hat der heutige CDU-Fraktionschef Spahn in seiner Amtszeit als Gesundheitsminister neben den viel beachteten Maskendeals eine weitere große Summe unbedarft ausgegeben. Ende Januar 2021 rühmte sich Spahn noch, die Antikörper-Arzneien bestellt zu haben – obwohl Fachleute schon damals warnten, dass die Datenbasis unzureichend sei. Es war unklar, wie gut sie wirken würden und wer sie überhaupt nehmen kann. Zudem war die Arznei nicht einmal in der EU zugelassen. (…) Profitiert von dem Auftrag hat (unter anderem) ein Freund von Spahn, der Milliardär Christian Angermayer. Darüber berichteten wir bereits im ersten Teil unserer Serie über das Netzwerk eines der einflussreichsten Männer der Berliner Regierung. Neu ist allerdings die tatsächliche Höhe des Deals mit den Antiviren namens Bamlanivimab, Sotrovimab sowie Casirivimab und Imdevimab. Und damit auch die Höhe der Verluste. Sie übertreffen alle bisherigen Annahmen. Dabei hätte Spahn gewarnt sein können. Der Begriff „mono“ zeigt es bereits: Diese Medikamente docken nur an einer Stelle an. Mutiert das Virus, verlieren sie ihre Wirkung. Corona-Arznei: „Spahn hat Warnungen ignoriert“ „Jeder Fachmann weiß, dass monoklonale Antikörper nur kurzfristig einsetzbar sind“, erklärt der Pharmaexperte Theo Dingermann. Der emeritierte Pharmakologe der Frankfurter Goethe-Universität ist ein gefragter Arzneimittel-Experte. Er kritisiert, Spahn habe die wissenschaftlichen Warnungen ignoriert. Es habe täglich aktualisierte Tabellen gegeben, die die Mutationen dokumentierten – für jeden war ersichtlich, dass ein so spezifisches Medikament kaum genutzt werden kann. „Angesichts der kurzen Haltbarkeit hätte Spahn nur geringe Mengen kaufen dürfen“, so Dingermann. Das Gesundheitsministerium betont auf Nachfrage, Spahn habe sich umfassend beraten lassen, unter anderem vom Robert-Koch-Institut (RKI). Doch das RKI schreibt: Die Entscheidung zur Beschaffung und Menge von monoklonalen Antikörpern wurde vom Bundesministerium für Gesundheit getroffen, so eine Sprecherin auf CORRECTIV-Anfrage. Das RKI habe nur Daten geliefert. Damit bestellte Spahn für viele hunderte Millionen Euro ein Arzneimittel, das in der EU nicht einmal zugelassen war und in den USA nur eine sogenannte Notfallzulassung erhalten hatte. Unseren Recherchen zufolge kaufte offenbar kein anderes EU-Land vergleichbare Mengen – Frankreich etwa nur einige Tausend Dosen. Schon sieben Tage nach seinem Einkauf stellte der hochrangig besetzte, deutsche Corona-Krisenstab laut einem Protokoll fest, dass einer der drei Antikörper-Arzneien für viele Patienten nicht mehr hilfreich ist

via correctiv: DAS SPAHN-NETZWERK Wie Jens Spahn hunderte Millionen Euro verbrannte

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