Kurz vor der Kommunalwahl droht der AfD Nordrhein-Westfalen weiterer Ärger: Kreisverbände haben den Rechtsextremisten Götz Kubitschek zu sich eingeladen. Der Landesvorstand protestiert. Götz Kubitschek ist einer der wirkmächtigsten Rechtsextremisten in Deutschland. Sein Gutshof in Schnellroda, Sachsen-Anhalt, gilt als Pilgerort für Gleichgesinnte und Kaderschmiede für die Neue Rechte. Durch Podcasts und Bücher, die unter anderem über seinen Verlag Antaois sowie seine Zeitschrift “Sezession” erscheinen, beeinflusst er die Szene maßgeblich. Vor Kurzem erst verteidigte er in einem Streitgespräch das umstrittene Konzept der “Remigration”, also der Abschiebung von Migranten im großen Stil, das Gerichte als verfassungsfeindlich bewerten. Eng hat ihn seit Jahren der Verfassungsschutz im Blick. Nun geht Kubitschek auf Reisen in den Westen: Im September will er in Nordrhein-Westfalen, gleich nach der Kommunalwahl, mehrere Auftritte für AfD-Kreisverbände absolvieren. Nach Recherchen von t-online hat ihn nicht nur die AfD Düsseldorf eingeladen, die seinen Auftritt am 15. September bereits fleißig bewirbt. “Die ersten 100 Tage – eine Vision” solle Kubitscheks Vortrag heißen, schreibt der Verband auf seiner Homepage. Kubitschek werde “uns wichtige Denkanstöße für die Zukunft Deutschlands und der AfD mitgeben”, heißt es weiter. Der Düsseldorfer Kreischef Elmar Salinger erklärt auf Nachfrage von t-online, man habe Kubitschek als einen “geschätzten Verfechter und Verleger der Meinungsfreiheit” eingeladen. So wolle man insbesondere zur “Entdämonisierung” bestimmter Personen beitragen. (…) Die geplanten Auftritte in NRW treffen vor diesem Hintergrund bei der Landesspitze auf Ablehnung. “Herr Kubitschek ist kein AfD-Mitglied und vertritt auch nicht die Werte der AfD”, teilt ein Sprecher des Landesvorstands auf Anfrage mit. Der Termin in Bonn sei auch dem Vorstand bisher nicht bekannt gewesen. Bei den Parteikollegen in Düsseldorf wolle man darauf drängen, die Veranstaltung abzusagen. Ähnlich lief es erst vor wenigen Wochen mit einem anderen bekannten Rechtsextremisten: Martin Sellner. Die populäre Frontfigur der rechtsextremen “Identitären Bewegung” wirbt intensiv für das Konzept der “Remigration” und will auch “nicht-assimilierte Staatsbürger” dazu bringen, Deutschland zu verlassen. Sellner war für den August eigentlich ebenfalls zur NRW-AfD eingeladen – auch er in den Kreisverband Düsseldorf. Heftige Diskussionen mit dem Parteivorstand sollen entbrannt sein, als der Termin vorab bekannt wurde. Am Ende soll der Kreisverband den Termin abgesagt haben. Die Frage, ob ein Folgetermin mit Sellner geplant sei, beantwortete Kreischef Salinger t-online nicht.
via t-online. Bekannter Rechtsextremist Kubitschek spaltet die AfD-NRW kurz vor der Wahl