Pädagogik und Erziehung können Einfallstore für Extremismus sein. Besonders deutlich zeigt sich das bei der völkischen Anastasia-Bewegung. Das Schloss Ober-Neundorf wurde in den vergangenen Jahren auch mit öffentlichen Geldern saniert. Auf dem Schloss Ober-Neundorf bei Görlitz findet diese Woche eine Bildungs-Freizeit statt. Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren erwarte für 350 Euro in dieser Woche «humanistische Bildung» und «bewegende Ferienerlebnisse», heisst es auf dem Flyer. Denn Fakten und Wissen seien in der heutigen Zeit im Überfluss vorhanden, was fehle, sei das «sinnliche Erleben der Lerninhalte». Kinder dürfen hier «Körper, Seele und Geist verbinden». Das Schloss Ober-Neundorf dient der völkischen Anastasia-Bewegung, die vom Verfassungsschutz 2023 als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft wurde, als Bildungs- und Veranstaltungsort. Die Anastasia-Anhängerin Wlada Ruggle, die in der Schweiz lebt, ist beispielsweise regelmässig Gast auf dem Schloss für russische Folklore-Veranstaltungen oder Workshops, zuletzt am Abend bevor die Bildungs-Freizeit «Sommerwoche Schule am Schloss» vom 13. bis 19. Juli begann. Auf Anfrage von FLIMMER.MEDIA wurde seitens Schloss darauf verwiesen, dass man politisch und religiös neutral sei. Die Anastasia-Bewegung hat ihren Ursprung in Russland und richtet sich nach einer Romanreihe, deren Hauptprotagonistin Anastasia, ausgestattet mit übermenschlichen Fähigkeiten, verbunden mit der Natur in der russischen Taiga lebt. Die Anastasia-Bücher enthalten antisemitische und rassistische Elemente und zeichnen ein antidemokratisches, verschwörungsideologisches, wissenschafts- und fortschrittsfeindliches Weltbild. Die Bücher propagieren den Rückzug von der angeblich verkommenen Gesellschaft ins Reaktionäre, auf die eigene Selbstversorgungs-Scholle, die «Familienlandsitz» heisst. In den Büchern kommt auch eine Schule vor, die als die ideale Schule dargestellt wird: die Tekos-Schule, an der die Schetinin-Pädagogik angewandt wird. (…) Heute arbeitet P. als Lehrer an der International School Basel, einer Privatschule in der Schweiz. Bradley Roberts, Schulleiter der International School Basel betont auf Anfrage, dass die Schule die geäusserten Vorwürfe gegen ihren Mitarbeitenden ernst nehme. «Unsere Schule verpflichtet sich zu den Werten von Weltoffenheit, Inklusivität und gegenseitigem Respekt. Von unseren Mitarbeitenden erwarten wir, dass sie diese Werte im Schulalltag aktiv vorleben und fördern», so Roberts.

via flimmer; Schweizer Lehrer leitet Ferienlager auf Schloss der Anastasia-Bewegung

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