In einer Notsituation wurde die trans Frau Jessica nach eigenen Angaben vom Frauenhaus Pirmasens abgewiesen. Sie wusste dann nicht mehr wohin. Das hat System. Auf der Flucht vor Gewalt, die Kleidung nur in einem Müllsack, stand Jessica im Juni 2022 vor dem Frauenhaus in Pirmasens. Dem traumatisierenden Umfeld entkommen, war das Frauenhaus aber keine offene Tür. Jessica wurde gehört, dann aber in einem Hotel untergebracht. Man wolle Menschen wie sie nicht im Haus haben, das sei traumatisierend für die Frauen, so beschreibt sie in einem aktuellen Offenen Brief die damalige Situation. Während queere Verbände und linke sowie liberale Parteien argumentieren, dass trans Frauen selbstverständlich auch als Frauen und so auch bei Rechten einzuschließen sind, ist die Debatte gesellschaftlich immer noch sehr aufgeheizt. Konservative Akteur­innen und sogenannte radikale Feminist­innen, die vor allem durch die zweite Welle des Feminismus geprägt sind, beziehen sich besonders bei Schutz für Frauen auf eine Priorität der geschlechtlichen Merkmale, mit denen eine Person geboren wurde (queer.de berichtete). Bei trans Frauen existiert zusätzlich das Problem, dass sie neben der sowieso schon existierenden geschlechtsspezifischen Gewalt zusätzlich noch Gewalt als queere Person erfahren. Ablehnung führt natürlich besonders als Schutzbedürftige zu weiteren Schmerz. Leider gilt erst die generelle Ablehnung als Diskriminierung, wie die Rechtsanwältin Theresa Schwab der Wochenzeitung “Die Zeit” erklärt. Bei Einzelfallentscheidungen können die Ahnungen der entscheidenden Person gegenüber der Aufrechterhaltung nach Sicherheit bei Kund*­innen oder Schutzsuchenden als Grund ausreichen, trans Frauen abzulehnen. Das beinhalte das Hausrecht.

via queer: Pirmasens Nicht Frau genug fürs Frauenhaus

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