Der FC St. Pauli revolutioniert den Profifußball. Als erster Bundesligist gründet der Kiezklub eine Genossenschaft zur Kapitalgewinnung und bindet damit Fans aktiv in die Entscheidungen zur Weiterentwicklung des Vereins mit ein. 850 Euro! Der Betrag hält die Geschäftsstelle des FC St. Pauli seit Wochen in Atem. Das Geld hat dazu geführt, dass am sonst so vielstimmigen, diskursfreudigen Millerntor eine seltsam eingeschränkte Kommunikation vorherrscht. Die Geheimniskrämerei hat gute Gründe. Denn die Summe ist imstande, eine Revolution auszulösen. 850 Euro. Ein symbolischer Wert, der das Zeug hat, im Fußball ein ganz neues Denken bezüglich der gängigen Methoden zur Kapitalzufuhr bei Profivereinen hervorzurufen. Weg von Modellen wie der Auslagerung von Lizenzabteilungen, Investorendeals oder der Veräußerung von Rechten, hin zu einer wirtschaftlichen und inhaltlichen Verbindung mit dem wohl verlässlichsten Partner, über den ein Verein überhaupt verfügt: die eigene Gefolgschaft. Genau genommen sind es 750 Euro plus Gebühren, summa summarum rund 850 Euro. So viel wird ein Anteil an der eingetragenen Genossenschaft (eG) kosten, der „Football Cooperative St. Pauli“, die in Kürze Mehrheitseigner an der „Millerntor Stadion Betriebsgesellschaft“ wird. Sprich: Fans und Mitglieder des FC St. Pauli im In- und Ausland können mit der Investition in Genossenschaftsanteile Miteigentümer am vereinseigenen Millerntor-Stadion werden. Und fortan mit ihrer Stimme darüber entscheiden, was mit den Mieteinnahmen und sonstigen Gewinnen geschehen soll, die aus der Stadionnutzung erzielt werden.

via 11freunde: FC St. Pauli gründet Genossenschaft Die Bank sind wir!

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