Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) hat die Gleichstellungsbeauftragte Mary-Ellen Witzmann fristlos entlassen. Sie hatte zuvor öffentlich über mögliche sexuelle Übergriffe am Theater berichtet. Scharfe Kritik an der Entlassung gibt es im Stadtrat. Die fristlose Entlassung der Erfurter Gleichstellungsbeauftragten Mary-Ellen Witzmann hat in der Kommunalpolitik der Landeshauptstadt zu einem politischen Streit geführt. Im Stadtrat gibt es nun heftige Kritik an Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). Vier Erfurter Stadtratsfraktionen erklärten, dass Bausewein ein “verheerendes Signal” an Betroffene von sexualisierter Gewalt sende und die Aufklärung von Vorwürfen erschwere. Das teilten die Fraktionen von CDU, Linke, Grünen und Mehrwertstadt am Samstag in einem Schreiben mit. Die Entlassene könne so zu den Vorwürfen am Erfurter Theater nichts mehr beitragen, obwohl sie möglicherweise die Einzige sei, zu der Betroffene ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hätten. “Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum nach der Suspendierung der Gleichstellungsbeauftragten noch eine Kündigung erfolgt”, heißt es in der Erklärung der vier Erfurter Stadtratsfraktionen. Sie sicherten Betroffenen von sexualisierter Gewalt und von Machtmissbrauch ihre Solidarität zu. Bausewein habe bisher solidarisches Verhalten für die Betroffenen vermissen lassen, hieß es weiter. Die vier Fraktionen verlangen vom Erfurter Oberbürgermeister, die Entlassung von Witzmann zu erklären. Außerdem wollen die Stadträte die fristlose Kündigung hinterfragen.

via mdr: ARBEITSSTREIT Scharfe Kritik an Erfurts Oberbürgermeister nach Entlassung der Gleichstellungsbeauftragten