Der Querdenker Stefan Homburg stammt eigentlich aus der Wissenschaft. Sein Fachgebiet sind öffentliche Finanzen, er war seit 1997 Direktor des entsprechenden Instituts der Leibniz Universität Hannover. Er vertrat damals radikal (wirtschaftlich) liberale Ansichten, mit Einschätzungen zur Weltwirtschaftskrise stand er laut FAZ (2009) „ziemlich allein da“. Auch den Euro kritisierte er schon in seinen frühen Jahren in Hannover, wenig überraschend unterstütze er in ihren Anfangsjahren die AfD, sprach noch Anfang 2015 auf dem Parteitag. Mehr Bekanntheit erlangte Homburg durch überzogene „Kritik“ an den Maßnahmen, massiver Desinformation, dafür, wegen dreister Lügen über seine Kritiker vor Gericht zu verlieren und seinen tiefen Abstieg in die Verschwörungsszene. Es folgte seine Versetzung in den Ruhestand und nur noch eine traurige „Karriere“ als Desinformationsverbreiter auf Twitter, wo er auch mal Fakes über das Klima oder AIDS verbreitet. Für ihn schien es auch keinen Weg zurück zu einer Universität zu geben, auch nicht, wenn u.a. er an einer Tagung an der anthroposophisch geprägten Hochschule in Witten eingeladen wurde. Es gab heftige Kritik und die seriösen Redner wie der angefragte Rechtswissenschaftler Stefan Huster, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Vorsitzender des im Sommer aufgelösten Corona-Sachverständigenrates, sagten ab, wegen „völlig abwegiger und polemischer Positionen“ von Rednern wie Homburg. Die Veranstaltung konnte letztlich nicht stattfinden. HOMBURGS UNI-COMEBACK Doch wer gedacht hätte, von Stefan Homburg würde man nichts mehr an einer deutschen Universität mitbekommen, irrt. Philipp Hübl, Gastprofessor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin brachte den Desinformations-Professor wieder zurück in den Hörsaal. Aber als abschreckendes Beispiel, wie man „Bullshit“ erkennt. In seiner Vorlesung beschreibt Hübl, wie Ergebnisse der seriösen Wissenschaft in der Wissensvermittlung manchmal falsch oder irreführend dargestellt, etwa durch fehlerhafte Graphen, Tabellen, Schaubilder oder durch Fehlinterpretationen von Studien werden. Er beschreibt absichtliche und unabsichtliche Fehler und Verzerrungen, die entstehen können – aus schlechten wie aus guten Gründen. Unter der Überschrift „Statistische Fehlinterpretationen“ und „Absichtlicher Bullshit“ zeigte Hübl als Beispiel auch Homburg. Und erklärte anhand dessen Fake, wie man Zahlen und Daten nutzen kann, um zu manipulieren. Wer besser lernen möchte, wissenschaftliche Tricks zu durchschauen, kann sich die Vorlesung von letztem Monat anschauen. Hübl hat auch ein Buch zu „Bullshit-Resistenz“ verfasst. Soll noch mal jemand sagen, Herr Homburg sei für die Wissenschaft zu nichts nütze!

via volksverpetzer: QUERDENKER HOMBURG WIRD AN DER UNI GELEHRT – ALS ABSCHRECKENDES BEISPIEL

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