Der ehemalige Leipziger NPD-Stadtrat Enrico Böhm soll über den Verlag „Der Schelm“ verbotene Bücher verkauft haben. Er, seine Partnerin und ein weiterer Mann wurden deswegen vom Generalbundesanwalt angeklagt. Er soll volksverhetzende Bücher verkauft und damit mehr als 800.000 Euro Umsatz gemacht haben: Der ehemalige NPD-Stadtrat Enrico Böhm ist vom Generalbundesanwalt wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Volksverhetzung angeklagt worden. Böhm saß deswegen im vergangenen Sommer auch rund anderthalb Monate in Untersuchungshaft, bevor der Haftbefehl gegen ihn außer Vollzug gesetzt worden war. Über die Zulassung der Anklage muss nun das Oberlandesgericht Dresden entscheiden. Der Anklage zufolge hat Böhm zusammen mit seiner Partnerin Annemarie K. und einer weiteren Person im August 2018 den Verlag „Der Schelm“ gegründet. So habe man laut Anklage einen dauerhaften Vertriebsweg für die Verbreitung volksverhetzender Schriften schaffen wollen. Die verkauften Bücher enthielten demnach überwiegend nationalsozialistische und antisemitische Inhalte, die unter anderem zum Hass gegen Juden aufstacheln und den Holocaust leugnen. Die Internetseite des Verlages ist bis heute erreichbar. Dort wird etwa weiter eine unkommentierte Ausgabe von Adolfs Hitlers „Mein Kampf“ angeboten. Anklage: Mehr als 46.000 Bücher verkauft Bis Dezember 2020 sollen beim „Schelm“ mehr als 46.000 Bücher mit volksverhetzenden Inhalten verkauft und damit mehr als 800.000 Euro umgesetzt worden sein. Im Dezember war ein mutmaßlicher Lagerraum des Verlages durchsucht worden. Die Ermittler fanden dort eigenen Angaben nach mehr als 47.000 weitere Bücher mit einem Verkaufswert von mehr als 900.000 Euro. Neben Böhm und seiner Partnerin ist noch ein weiterer Mann angeklagt, der im Februar 2019 zum Verlag gestoßen sein soll – Matthias B., ebenfalls ehemaliger NPD-Politiker

via lvz: Ermittlungen abgeschlossen Rechtsextremer Buchhandel: Ehemaliger Leipziger NPD-Stadtrat angeklagt

siehe auch: Neues in Sachen „Der Schelm“: Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ex-NPD-Stadtrat aus Leipzig. Der frühere Leipziger Stadtrat und ehemalige NPD-Funktionär Enrico B. muss demnächst womöglich wieder mal vor Gericht erscheinen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem heute 40-Jährigen sowie zwei weiteren Personen vor, unter dem Dach eines Verlags namens „Der Schelm“ eine kriminelle Vereinigung zum Vertrieb von antisemitischem und nationalsozialistischem Schriftgut gegründet zu haben. Gerichtsprozesse sind für den Leipziger Ex-Stadtrat Enrico B. nichts Neues. Immer wieder musste sich der einstige NPD-Funktionär über die Jahre vor dem Kadi verantworten, unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten, Diebstahls, Beleidigung und zuletzt vor knapp einem Jahr wegen falscher eidesstattlicher Versicherung. Meist ließen ihn die Richter mit einem blauen Auge davonkommen.

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