“Medienleute werden als neue Feinde des Staates dargestellt und werden zum Schweigen gebracht, weil sie die Wahrheit sagen”, sagt die indische Journalistin. Sobald Rana Ayyub, eine unabhängige indische Journalistin, einen Tweet absetzt, erhält sie innerhalb von 14 Sekunden Hasskommentare darauf. Binnen zwei Minuten erreichen die konzertierten Attacken ihren Höhepunkt. Die Daten liefert ein neues Analysetool für Cyberattacken auf Journalistinnen, das gerade beim Internationalen Journalismusfestival in Perugia vorgestellt wurde. Im Interview schildert die für die “Washington Post” tätige Freelancerin, wie sie diese Angriffe erlebt. In Indien beschäftigt sich Rana Ayyub mit globalen Themen, der indischen Regierung, Terrorismus, Islamophobie und Gewalt gegenüber Minderheiten. Aufgrund dieser Arbeit wird sie immer wieder vom indischen Staat und seinen Akteuren verfolgt und an ihrer Arbeit gehindert. Mittels Drohungen und Verfolgung, sowohl online aber auch im realen Leben wird versucht die Journalistin einzuschüchtern: “Journalistinnen und Journalisten werden als neue Feinde des Staates dargestellt und werden zum Schweigen gebracht, weil sie die Wahrheit aussprechen. Noch nie während meiner Karriere habe ich erlebt, dass Journalistinnen und Journalisten so brutal angegriffen werden”, sagte Rana Ayyub im Interview. Eine Studie des International Centre of Journalists (ICFJ) analysierte Rana Ayyubs Twitter-Interaktionen und fand bestätigt, dass die Online-Gewalt, die gegen sie gerichtet wird, koordiniert ist. Alle 14 Sekunden werde sie angegriffen, sagt sie im Interview für den STANDARD.
via standard: Journalistin Rana Ayyub wird online alle 14 Sekunden angegriffen