Fast alle Soldaten des Asow-Regiments mussten in russische Kriegsgefangenschaft. Das Oberste Gericht soll entscheiden, ob das Bataillon als terroristisch eingestuft wird. Aussagen von Duma-Politikern lassen nichts Gutes erwarten. Von Christina Nagel, ARD-Studio Moskau Das Oberste Gericht wird sich mit der Frage beschäftigen, ob das ukrainische Asow-Bataillon als terroristisch einzustufen ist. Für die Kämpfer aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol, die in russische Gefangenschaft geraten sind, dürfte die Entscheidung nicht ohne Folgen bleiben. Wieder und wieder werden im russischen Staatsfernsehen die Bilder der Kämpfer gezeigt, die das Stahlwerk in Mariupol verlassen. Gezeichnete Gesichter in Nahaufnahme. Erhobene Hände. Eine lange Reihe Besiegter. Kriegsgefangene – aus internationaler Sicht. Kriegsverbrecher – nach Lesart vieler russischer Abgeordneter. (…) Ob hinter den Kulissen, abseits der Öffentlichkeit, wirklich ein Gefangenenaustausch vereinbart werden kann, ist schwer einzuschätzen. Sorgen, dass die Kämpfer zurzeit nicht nach internationalen Konventionen behandelt würden, versucht das russische Verteidigungsministerium jedenfalls zu zerstreuen: durch die Veröffentlichung von Bildern und Aussagen von Gefangenen. (…) Geht es nach dem Leiter der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin, dann wird den Asow-Kämpfern im Donbass der Prozess gemacht. Nach den dort geltenden Gesetzen. Anders als in Russland gibt es kein Moratorium auf die Todesstrafe.
via tagesschau: Oberstes Gericht in Moskau Was wird aus den Asow-Soldaten?