Ein Berater des ukrainischen Präsidenten Selenskyj sagt für die nächsten Tage ein Unwetter und Starkregen für die Ukraine voraus – und legt das als Vorteil für die ukrainische Armee aus. Aber hat das Wetter wirklich einen Einfluss auf den Krieg? Seit Tagen stockt Russland Berichten zufolge seine Armee im Osten der Ukraine auf, um dort einen neuen und intensiveren Angriff zu starten. Immer mehr Experten rechnen mit einer Großoffensive an den Ostertagen. Allein zwischen Donnerstag und Freitag soll es in den Gebieten Luhansk und Donezk Attacken an acht verschiedenen Stellen gegeben haben. Laut einem Bericht des ukrainischen Generalstabs wehrte die Armee aber alle Angriffe erfolgreich ab – wobei auch mehrere russische Panzer und ein Artilleriesystem zerstört worden sein sollen. Und nun könnte die ukrainische Armee im wahrsten Sinne des Wortes auch noch Unterstützung aus dem Himmel erhalten. „Sogar das Wetter ist für uns“, sagte Oleksiy Arestovych, Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, in einem Interview mit dem russischen Journalisten Mark Feigin. Seiner Aussage nach steht ein mehrtägiges Unwetter mit Starkregen bevor, das die Russen daran hindern könnte, ihre Angriffe fortzusetzen und weiterzuziehen.
„Genau auf der Linie von Charkiw und Mariupol wird es zehn Tage lang regnen – und zwar in Folge“, sagte Arestovych. Aber was ist dran an der Prognose? Und welche Auswirkungen hätte der Regen wirklich auf den Krieg? „Rasputiza“: die Wegelosigkeit Selenskyj-Berater Arestovych meint: Wenn der Regen kommt, werde das Tempo der Russen deutlich reduziert. „Die Schützengräben werden bis zu den Knien volllaufen, die Felder werden komplett aufgeweicht“, erklärte er. Wegen der matschigen Wege müssten die Truppen daher auf normalen Straßen vorrücken, „wo sie auf eine vorbereitete Verteidigung treffen.“ Auch ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, der anonym bleiben möchte, sieht in dem regnerischen Wetter einen Vorteil für die Ukraine. „Die Tatsache, dass der Boden weicher ist“, werde es dem russischen Militär „erschweren, etwas abseits der befestigten Straßen zu unternehmen.“
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