Eine Dokumentation beleuchtet, wie sich Menschen während der Corona-Pandemie verändert haben – ohne sie anzuklagen oder ihnen auf den Leim zu gehen. Man muss schon eine seltsame Gedankenwelt bewohnen, wenn man in der Bundesrepublik Deutschland den Wiedergänger von Nazi-Diktatur und SED-Regime erkennt und in Angela Merkel die Geistesgenossin Adolf Hitlers – leider gibt es ziemlich viele Menschen, die das so sehen und die auch sonst Überzeugungen hegen, die von der Empirie nicht gestützt werden. Wie kommen sie dazu? Welcher Weg führt in den Kaninchenbau der verschwörungstheoretischen Unterwelt? Und warum finden die Besucher so schwer wieder hinaus, vergraben sich vielmehr immer tiefer? In ihrem Film Querdenker- wie sich Menschen aus der Mitte radikalisieren interessieren sich Caroline Schmidt und Svea Eckert für Personen, die sich in der Zeit der Corona-Pandemie verändert haben: Diese freundlichen Menschen wurden erst skeptisch, gingen dann auf Demonstrationen, verbrachten viele Stunden täglich bei Telegram, Youtube und Co. und sahen sich schließlich als Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer gegen das System. Der Film nimmt sich die Zeit, die einzelnen Stufen der Radikalisierung nachzuzeichnen, ohne diesen Leuten auf den Leim zu gehen, ohne sie andererseits anzuklagen. (…) In der Analyse der Mechanismen der Radikalisierung und der Dynamik sozialer Konflikte fügt der Film den Beschreibungen der Protagonistinnen und Protagonisten eine wichtige Ebene hinzu. Auf der Suche nach Bestätigung begegnen die Skeptiker im Netz, schließlich in den Kanälen von Telegram, immer härterem Stoff. Der Film schafft es, das Querdenkerphänomen in einen größeren kulturellen und technologischen Kontext zu stellen und nach den digitalen Radikalisierungswegen zu fragen. Denn eines ist allen Fällen gemeinsam: die vielen Stunden täglich, die sie vor ungeprüften Angeboten verbringen, deren kritische Nutzung sie nie gelernt haben. Solcher Content ist Crack für die Seele, die Querdenker nur eine von vielen Bewegungen, die auf diese Weise entstanden sind.

via sz: ARD-Doku über Querdenker – Crack für die Seele