Amtsgericht Hamburg “Feiger Schwuler”: Ex-AfD-Politiker verurteilt

800 Euro Geldstrafe für “dreckige Schlampe” und “feiger Schwuler”: Ein ehemaliger AfD-Kommunalpolitiker ist in Hamburg wegen Beleidigung von Gegendemonstrierenden verurteilt worden. Zum Urteil erschien er nicht. Ein ehemaliger AfD-Kommunalpolitiker ist vom Hamburger Amtsgericht wegen mehrfacher Beleidigung zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt worden – in Abwesenheit. Wie die “taz” berichtete, erschien Reinhard S. am Freitag nicht zur Urteilsverkündung, obwohl er sich am Vormittag noch selbst verteidigt und auf Freispruch plädiert hatte. Der Richter habe in 15 Jahren ein solches Fernbleiben “noch nie erlebt”, hieß es. Auch ein Anruf beim Angeklagten blieb erfolglos. Nach Überzeugung des Gerichts hatte S., früher Vorsitzender der AfD Buchholz/Nordheide, im Januar 2022 bei einer Hamburger Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit rund 13.000 Teilnehmenden vier Gegendemonstrierende im Alter von 50 bis 70 Jahren gezielt angegangen. In Begleitung seines Bernhardiners umkreiste er die Gruppe und beschimpfte sie. Eine der Frauen nannte er laut “taz” eine “dreckige Schlampe”, einen der Männer einen “feigen Schwulen”. Die vier hatten den Demonstrierenden zuvor den Mittelfinger gezeigt. Als eine Demonstrantin sie daraufhin mit dem Handy fotografieren wollte, gingen sie auf die Frau zu, um sie davon abzubringen. Dann mischte sich S. ein. Vor Gericht behauptete er, die Gegendemonstrierenden hätten die Frau bedroht und er habe ihr helfen wollen. Einer der Männer wies das zurück: “Das ist nicht unsere Wortwahl.” Der Richter hielt die Aussagen der Zeug*innen, die für S. aussagten, für falsch oder nicht relevant für das Verfahren.

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siehe auch: URTEIL NACH SCHWULEN-HETZE Homophobe Beleidigung: Ex-AfD-Politiker verurteilt 800 Euro Geldstrafe nach homophoben Beleidigungen in Hamburg: Ein früherer AfD-Kommunalpolitiker erschien nicht zur Urteilsverkündung. Vor Gericht wollte er einen Freispruch, zur Verkündung kam er nicht mehr: Das Hamburger Amtsgericht hat den früheren AfD-Kommunalpolitiker Reinhard S. wegen mehrfacher Beleidigung zu 800 Euro Geldstrafe verurteilt. Zu den Beschimpfungen gehörte „feiger Schwuler“. Über die Verhandlung vom 23. Oktober berichtet die taz aus dem Gerichtssaal; Prozess gegen früheren AfD-Politiker Verurteilt in Abwesenheit In Hamburg wurde ein Ex-AfD-Politiker wegen Beleidigung verurteilt. Verteidigt hat er sich selbst, zur Urteilsverkündung erschien er dann nicht mehr. Am Freitag kurz vor 14 Uhr sollte am Hamburger Amtsgericht ein Urteil wegen mehrfacher Beleidigung fallen. Im Saal 176 warteten das Gericht, die Staatsanwaltschaft und Zeugen. Nur der Angeklagte, Reinhard S., kam nicht. Also suchten ihn die Gerichtsdienerin und der Richter auf dem Flur. In Abwesenheit verurteilte das Gericht dann den ehemaligen AfD-Kommunalpolitiker Reinhard S. zu einer Geldstrafe von 800 Euro. Im Saal 176 hatte sich Reinhard S. am Vormittag noch selbst verteidigt. Sein Anwalt Martin Kohlmann war zu keinem der vier Verhandlungstage erschienen. (…) Mit dem Urteil blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Richter folgte aber in der Urteilsbegründung der staatsanwaltlichen Einschätzung, dass Reinhard S. in Begleitung seines Bernhardiners bei einer Demonstration im Januar 2022 zwei Frauen und zwei Männer im Alter von 50 bis 70 Jahren gezielt angegangen sei. Eine der Frauen bezeichnete er als „dreckige Schlampe“, einen der Männer nannte er „feiger Schwuler“.

21 Hausdurchsuchungen am Samstagmorgen – Großrazzia in Kaltern nimmt rechtsextreme Jugendgruppen ins Visier

Die Carabinieri von Bozen haben am Samstagmorgen im Rahmen eines Großeinsatzes zwei Jugendgruppen der rechtsextremen Szene im Überetsch einen Schlag versetzt. Betroffen sind der „Aktverein Kaltern“ und die „Snusboys-Koltern“. Am Samstagmorgen wurden aufgrund von Vollstreckungsbefehlen der Bozner Staatsanwaltschaft und der Jugendstaatsanwaltschaft insgesamt 21 Hausdurchsuchungen im Raum Kaltern durchgeführt. Den Beschuldigten werden unter anderem Volksverhetzung und Anstiftung zu Straftaten, Verunglimpfung staatlicher Symbole, Sachbeschädigung und Diebstahl zur Last gelegt. Rechtsextreme Symbolik in sozialen Netzwerken Nach Erkenntnissen der Ermittler zeichnen sich die Verdächtigen seit dem Jahr 2025 für die Gruppierungen „Aktverein Kaltern“ und „Snusboys-Koltern“ verantwortlich. Über Online-Kanäle wie Instagram, TikTok und Telegram sollen die Jugendlichen Inhalte, Symbolik sowie rassistische Hassbotschaften, die sich auf die „White Supremacy“-Ideologie zurückführen lassen, verbreitet haben. Genutzt wurden unter anderem neonazistische Zahlencodes wie „88“ – eine Anspielung auf den Hitler-Gruß, da H der achte Buchstabe im Alphabet ist – oder „44“, ein Verweis auf die Neonazi-Organisation „Wolfsbrigade 44“. Einzelne Mitglieder sollen zudem Kontakte zu extremistischen Rändern der lokalen Eishockey-Fanszene gepflegt haben.

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Guatemala – Schwules Paar auf Wache getötet: 60 Jahre Haft für Ex-Polizeichef

Ein Gericht in Guatemala hat sieben ehemalige Polizeikräfte wegen der Tötung eines schwulen Paares zu Haftstrafen von bis zu 60 Jahren verurteilt. “Das ist eine verabscheuungswürdige Tat”, sagte Richterin María Castellanos am Mittwoch bei der Urteilsverkündung, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der 28-jährige Guatemalteke Eldin Choc und sein 45-jähriger salvadorianisch-kanadischer Partner Milton Santamaría waren im April 2024 in San Andrés Itzapa festgenommen worden, einer Maya-Gemeinde im Departamento Chimaltenango westlich der Hauptstadt. Anlass soll ein Streit in einem Geschäft gewesen sein. Auf der örtlichen Polizeiwache wurden die beiden Männer nach Angaben von Staatsanwalt Marco Escobar geschlagen, gefoltert und getötet. Dabei fielen homofeindliche Äußerungen. Um die Tat zu vertuschen, gaben die Beamt*­innen an, das Paar sei bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Santamarías Leiche wurde in ein Krankenhaus gebracht, die von Choc wurde Tage später mit einer verstümmelten Hand in einer Schlucht gefunden. Als entscheidendes Beweismittel galten Tonaufnahmen, die eine Polizistin während der Folter gemacht und ihren Vorgesetzten gemeldet hatte. Der damalige Polizeichef von San Andrés Itzapa, Edy Vásquez, erhielt 60 Jahre Haft wegen außergerichtlicher Hinrichtung. Er war zwei Monate nach der Tat in Texas festgenommen und an Guatemala ausgeliefert worden. Ein weiterer früherer Polizist wurde ebenfalls zu 60 Jahren verurteilt, ein dritter zu 30 Jahren. Zwei ehemalige Polizistinnen müssen wegen Pflichtverletzung und Diskriminierung für elf Jahre ins Gefängnis, weil sie das Paar homophob beleidigt hatten. Zwei weitere Angeklagte erhielten acht und zehn Jahre Haft, unter anderem wegen Freiheitsberaubung, Amtsmissbrauchs und Strafvereitelung. Über Entschädigungen für die Angehörigen soll laut der Zeitung “La Hora” zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Bereits 2025 und 2026 waren zwei Feuerwehrleute zu Bewährungsstrafen von einem und drei Jahren verurteilt worden. Sie hatten gestanden, auf Druck der Polizei verschwiegen zu haben, dass Santamaría bereits tot war, als sie ihn ins Krankenhaus brachten.

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Rechts-außen-Portal »Nius« darf erstmals im Kanzlerflieger mitreisen – #brandmauer #stiegbügelhalter

Das Portal »Nius« ist für seine Rechts-außen-Kampagnen bekannt. Bei bisherigen Reisen von Kanzler Friedrich Merz war das Medium in der Regierungsmaschine nicht dabei. Das hat sich nun geändert. Als Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag zu einem Gipfeltreffen nach Montenegro reiste, nahm er in der Regierungsmaschine mehr als ein Dutzend Journalistinnen und Journalisten mit. Das ist gängige Praxis auf solchen Reisen. Zum ersten Mal flog aber auch ein Mitarbeiter des Portals »Nius« mit – der ehemalige »Bild«-Journalist Ralf Schuler. Der Vorgang ist bemerkenswert. »Nius« ist das Medium des früheren »Bild«-Chefs Julian Reichelt. Das Portal verbreitet völkische Positionen, hetzt unter anderem gegen Migranten und trans Menschen. Wie Schuler bei »Nius« berichtet, waren seit Merz’ Amtsantritt 24 Mitreisewünsche des Portals aus Platzgründen abgelehnt worden. Mit einer Kaskade von Anfragen und Gerichtsverfahren habe »Nius«-Anwalt Joachim Steinhöfel die Bundesregierung »Schritt für Schritt auf ihre Auswahlkriterien festgelegt« und deren Spielraum immer weiter verengt. »Bis plötzlich Platz war.« Ein Sprecher der Bundesregierung sagte dem SPIEGEL: »Die Bundesregierung erfüllt einen Informationsauftrag, der sich aus dem Grundgesetz ableitet. Sie wählt mitreisende Medien nach sachlichen Kriterien aus. Dies ist gerichtlich überprüfbar. Jede Auswahlentscheidung ist eine Entscheidung im Einzelfall.«

via spiegel: Rechts-außen-Portal »Nius« darf erstmals im Kanzlerflieger mitreisen

Verdacht der Volksverhetzung: Nach Haft wegen Anschlagsplänen: Ermittlungen gegen Potsdamer Neonazi

Er hat als junger Neonazi Sprengstoff für Anschlagspläne getestet: Wenige Monate nach seiner Haftentlassung steht er wegen Volksverhetzung wieder im Fokus der Staatsanwaltschaft Potsdam. Gegen einen wegen Anschlagsplänen verurteilten Rechtsextremisten ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam wenige Monate nach seiner Haftentlassung wegen Volksverhetzung. Der 22-Jährige machte in einer vom NDR produzierten und online abrufbaren Dokumentation Äußerungen, die den Holocaust verherrlichen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam sagte, die Behörde habe die Aussagen geprüft und ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ über den Vorgang berichtet.  Vor Jahren Sprengstoff-Anschläge geplant  Der heute 22-Jährige war 2023 in Potsdam wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er Anschläge mit Sprengstoff geplant hatte. Im Februar dieses Jahres wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Der Neonazi, der als Jugendlicher eine rechtsterroristische Chatgruppe gegründet haben soll, hatte Sprengsätze getestet, wie er selbst einräumte. (…) In der Dokumentation des Kanals STRG_F sagte der Beschuldigte, seine früheren Anschlagspläne seien nationalsozialistisch motiviert gewesen. Er trug im Interview in Potsdam eine Maske vor dem Gesicht, um nicht erkannt zu werden. Auf eine Frage antwortete er: „Ich möchte, dass wir endlich wieder ein arisches Land sind.“

via tagesspiegel: Verdacht der Volksverhetzung: Nach Haft wegen Anschlagsplänen: Ermittlungen gegen Potsdamer Neonazi

Volksverhetzung als Vorwurf – Strafanzeige gegen Wirtschaftsunion Potsdam nach umstrittenem Instagram-Post

Nach einem Instagram-Beitrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Potsdam zu Gesprächen über die künftige Berliner Landesregierung ist eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Potsdam eingegangen. Darin werde der Vorwurf der Volksverhetzung erhoben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem Evangelischen Pressedienst (EPD) am Donnerstag. Verfahren wird nach Cottbus abgegeben Aufgrund der schwerpunktmäßigen Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft Cottbus für Straftatbestände unter Nutzung von Datennetzen sei beabsichtigt, den Vorgang zur Prüfung der Übernahme dorthin abzugeben.

via maz online: Volksverhetzung als Vorwurf Strafanzeige gegen Wirtschaftsunion Potsdam nach umstrittenem Instagram-Post

siehe auch: „Sprache der Nationalsozialisten“: CDU-Mittelstandsvereinigung Potsdam irritiert mit einem Instagram-Post. Der CDU-Mittelstand schreibt auf Instagram zur möglichen Koalition in Berlin: „,Judenfrage’ geklärt“. Grüne und Linke sprechen von Nazi-Vokabular. Sie fordern eine Stellungnahme der CDU. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Potsdam mit ihrem Vorsitzenden Jan Jacobi (Foto oben) sorgt mit einem Instagram-Post zur möglichen Berliner Koalition aus Linken, Grünen und SPD für heftige Kritik. Ein KI-generiertes Foto zeigt das mit einer Kirchturmspitze seltsam verfremdete Rote Rathaus in Berlin, flankiert von zwei Minaretten in den Farben der Palästina-Flagge. Auch Hammer und Sichel sind zu sehen. Auf dem Bild steht wörtlich: „,Judenfrage’ geklärt, jetzt wird enteignet. Damit ist die ,Brandmauer’ gefallen.“ Im Text zum Post heißt es weiter, die Brandmauer sei von SPD und Grünen eingerissen worden. In Berlin zeige sich: „Im Umgang mit Linksextremisten und Islamisten fallen die letzten Tabus.“ Damit würden sich „alle Belehrungen gegenüber der CDU“ verbieten. Hier stehe „Machtgier über Moral“. Die Kommentarfunktion für Posts ist auf der Seite der MIT abgeschaltet.

Party eskaliert: Professorensohn soll Hitlergruß gezeigt haben

Zu Beginn des neuen Semesters wird an der Hochschule Sigmaringen eine Party gefeiert. Dabei rastet ein 28-Jähriger völlig aus und löst einen aufsehenerregenden Polizeieinsatz aus. Auf dem Sigmaringer Campus der Hochschule Albstadt-Sigmaringen ist es in der Nacht auf Mittwoch zu einem Polizeieinsatz gekommen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilt, soll laut Zeugenaussagen ein 28-jähriger Mann mehrfach den Hitlergruß gezeigt und einen Gast beleidigt und bedroht haben. Nun muss er mit strafrechtlichen Folgen rechnen. Nach Informationen der Schwäbischen Zeitung handelt es sich bei dem jungen Mann um einen Studenten der Hochschule und den Sohn eines Hochschulprofessors. Weder Polizei noch Hochschule bestätigen dies auf Anfrage. Dass es sich um einen Studenten der Hochschule handelt, legt allerdings auch der Umstand nahe, dass die Party nur für Hochschulstudenten zugänglich war. In dem Polizeibericht heißt es weiter, dass der 28-Jährige einem Hausverbot des Sicherheitsdiensts nicht nachgekommen sei. Deswegen seien Beamte des Polizeireviers Sigmaringen angerückt und hätten dem Störer einen Platzverweis erteilt. Das Gelände verließ er laut Polizeibericht kurz nach Mitternacht in Begleitung der Beamten Nach Informationen der Schwäbischen Zeitung soll der 28-Jährige zuvor auch mehrere Frauen sexuell belästigt haben. Außerdem soll er einem Mitglied der Studentenvertretung mit dem Tod gedroht haben.

via schwäbische: Party eskaliert: Professorensohn soll Hitlergruß gezeigt haben