Der große Donald Trump interessiert sich plötzlich fürs kleine Sachsen-Anhalt? Kein Wunder – denn er kann den AfD-Sieg gerade gut gebrauchen. Für Merz ist diese Einmischung fatal. Donald Trump reichen drei Buchstaben, um Friedrich Merz nach dem Wahldesaster der CDU zu brüskieren: „Wow!“, schreibt der US-Präsident in der Nacht zu Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social: „Die populistische Partei in Deutschland hatte gerade einen wirklich großen Abend.“ Populistische Partei? Ein großer Abend? Während der Bundeskanzler und CDU-Chef in der größten Krise seiner bisherigen Amtszeit steckt, bejubelt der US-Präsident den Sieg seines schärfsten politischen Gegners. Ein Eklat in den transatlantischen Beziehungen. Und deshalb ganz nach Trumps Geschmack. Trump nennt die „populistische“ Partei in seinem Post zwar nicht namentlich, doch es gibt keinen Zweifel, wen er meint: die AfD. (…) Denn nicht nur diplomatisch ist es eine Provokation, dass sich ein US-Präsident überhaupt zu einer Landtagswahl äußert. Mit 2,1 Millionen Einwohnern und einem jährlichen US-Exportvolumen von knapp einer Milliarde Euro ist Sachsen-Anhalt auch wirtschaftlich kaum von Bedeutung für die Vereinigten Staaten. Entscheidender ist aber Trumps Interpretation für den Erfolg der AfD. Die ist am Sonntag mit 43,8 Prozent stärkste Kraft geworden, während die CDU auf 17,2 Prozent abstürzte und kein einziges Direktmandat gewinnen konnte. Trump deutet den Wahlsieg als Teil eines internationalen Aufstiegs seiner MAGA-Bewegung – und legt das Ergebnis entsprechend aus. MGGA!!! DONALD TRUMP US-Präsident Die Deutschen hätten die „absolut schrecklichen Einwanderungsregeln und -vorschriften“ satt, die ihrem Land so sehr geschadet hätten, schreibt der US-Präsident auf Truth Social. Die Bewegung sei „im Aufwind“ und werde sich das nicht länger gefallen lassen – dann folgt ein Slogan mit Ausrufezeichen: „MGGA!!!“ Make Germany Great Again.
via wiwo: „MGGA!!!“ – Trumps AfD-Jubel ist ein transatlantischer Eklat
siehe auch: „Ratschläge aus Weißem Haus brauchen wir nicht“: Bundesregierung reagiert auf Trump-Aussagen zur AfD Immer wieder kritisiert der US-Präsident Deutschland für seinen Umgang mit Migranten. Den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt kommentierte er euphorisch. Die Bundesregierung reagiert kühl. Die Bundesregierung hat die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt zurückgewiesen. „Wir Deutschen entscheiden selbst, wie wir mit Migration umgehen, und auch, wen wir wählen“, sagte der Transatlantik-Koordinators der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), dem Tagesspiegel: „Ratschläge aus dem Weißen Haus brauchen wir dabei nicht.“
0 Comments