Der ehemalige ukrainische Parlamentspräsident war einer der Anführer der Maidan-Revolution 2013-14. Jetzt fiel er in Lwiw einem Attentat zum Opfer. Geduldig ließ der Pizzakurier mit seinem Fahrrad den Mann passieren, der gerade aus einem Fitnessclub kam. Doch dann konnte es nicht schnell genug gehen. Schnellen Schrittes ging der vermeintliche Kurier dem Passanten nach, blieb kurz stehen, zielte mit einer Pistole auf ihn und gab mehrere Schüsse ab. Dann verschwand der Mörder wieder auf seinem Fahrrad. Videokameras haben die Szene festgehalten: Der Mord geschah in aller Öffentlichkeit. Der Mord in der westukrainischen Stadt Lwiw am Samstag traf einen Mann, der geradezu das Symbol ist für die Veränderungen, die die Ukraine seit Ende 2013 erlebt hat: Andrij Parubij, Berufspolitiker und Berufsrevolutionär. (…) Nach dem Sturz Janukowytschs und dem Sieg der Maidan-Bewegung in der Ukraine wurde Parubij zunächst Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates und wenig später Parlamentssprecher. 2019 wurde er auf der Liste der „Europäischen Solidarität“ ins Parlament gewählt. Auch dort blieb er seiner Haltung treu. Er lehnte die in Minsk geführten Verhandlungen der Ukraine mit Russland ab, trat für weitreichende Einschränkungen der russischen Sprache ein und rief, so berichtet der ukrainische Dienst von BBC, zur Vernichtung des russischen Imperiums auf. Jetzt wird sein Tod in Russland als „Eliminierung eines Nazis“ gefeiert.
via taz: Politisches Attentat in der Ukraine Parlamentarier Andrij Parubij von „Fahrradkurier“ erschossen