Laut einer schweizerischen Studie nehmen viele Jugendliche Hasskommentare gegen bestimmte Gruppen im Internet wahr – am zweithäufigsten mit dem Merkmal sexuelle Orientierung. Rund die Hälfte der 13- bis 19-Jährigen in der Schweiz trifft laut einer Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften mehrmals pro Woche auf Hasskommentare im Internet. Wie aus “James-Focus: Hassrede im Internet” (PDF) hervorgeht, gibt es größere Unterschiede in der Wahrnehmung zwischen den Altersklassen und zwischen Mädchen und Jungen. Mehr als zwei Drittel der jungen Menschen, die Hassrede wahrgenommen haben, geben an, dass Personen online vor allem aufgrund ihres Aussehens beleidigt werden. Mehr als die Hälfte hält zudem fest, dass sie auch Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung beobachteten – etwas mehr als Hassrede wegen Herkunft oder Hautfarbe. Danach folgen die Merkmale Nationalität sowie Geschlecht/Geschlechtsidentität. Betroffen sind laut der Studie besonders die ältere Gruppe der 16- bis 19-Jährigen. Auch geschlechtspezifische Unterschiede sind deutlich: So treffen 53 Prozent der Mädchen regelmäßig auf Hassrede im Internet, während dies nur bei 41 Prozent der Jungen der Fall ist. Dieser Geschlechterunterschied ist noch ausgeprägter beim Merkmal der sexuellen Orientierung: 59 Prozent der Mädchen, die auf Hassrede im Internet stoßen, bemerken homo- oder bisexuellenfeindliche Einträge – demgegenüber sind es nur 42 Prozent bei den Jungs. Laut Mitautorin und Medienpsychologin Céline Külling sei es aber schwierig zu beurteilen,ob Mädchen sich tatsächlich häufiger mit solchen Meldungen konfrontiert sehen “oder ob es unterschiedliche Wahrnehmungen darüber gibt, was überhaupt als Hassrede empfunden wird”.
via queer: Studie – Jugendliche sind im Internet häufig mit homosexuellenfeindlicher Hassrede konfrontiert
Studie: Hassrede im Internet (PDF)
