Auch Verwandte des AfD-Chefs in Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, sollen im Bundestagsbüro eines Parteikollegen angestellt worden sein. Das zeigen Dokumente, die WDR und NDR einsehen konnten. Rechtlich verboten ist dies nicht, aber umstritten. Der Vorwurf der Vetternwirtschaft innerhalb der AfD in Sachsen-Anhalt zieht offenbar immer weitere Kreise. So sollen nach Recherchen von WDR und NDR auch nahe Angehörige des Landesvorsitzenden Martin Reichardt profitiert haben. Zuvor berichtete das ZDF.Konkret geht es um zwei enge Familienmitglieder von Reichardt. Beide waren im Bundestagsbüro des AfD-Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt – ebenfalls aus Sachsen-Anhalt – beschäftigt. Laut der Arbeitsverträge, die WDR und NDR einsehen konnten, geht es um einen Anstellungsvertrag aus dem Jahr 2022 über monatlich 520 Euro. Der andere Vertrag über 800 Euro monatlich erstreckte sich auf das Jahr 2023. (…) Bereits in der vergangenen Woche veröffentlichte das ZDF Recherchen, die offenlegten, dass der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, von den Vorwürfen betroffen ist. Sein Vater Andreas Siegmund soll WDR und NDR vorliegenden Unterlagen zufolge für 7.725 Euro monatlich als Mitarbeiter im Bundestagsbüro eines Parteikollegen beschäftigt gewesen sein. Andreas und Ulrich Siegmund ließen Anfragen dazu unbeantwortet.

via tagesschau: Sachsen-Anhalt AfD-Verwandtenaffäre weitet sich aus

siehe auch: Vorwürfe der Vetternwirtschaft: AfD-Spitze greift in Sachsen-Anhalt ein Einem Medienbericht zufolge hat sich die Bundesspitze in die Vorwürfe der Vetternwirtschaft bei der AfD Sachsen-Anhalt eingeschaltet. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios soll Bundesvize Gottschalk vor Ort vermitteln. Mitglieder des Landesverbands Sachsen-Anhalt hätten sich zuvor in einem Brief, der der ARD vorliege, an den Bundesvorstand gewandt. Darin heiße es, die größte Gefahr seien derzeit nicht die politischen Gegner, sondern hausgemachte Skandale, Machtkämpfe und öffentlich ausgetragene Vorwürfe. Die AfD-Mitglieder forderten demnach den Bundesvorstand auf, ordnend und befriedend einzugreifen. In knapp sieben Monaten wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. In den Umfragen liegt die AfD vorne. Viele Parteimitglieder hoffen auf die Möglichkeit, alleine regieren zu können.

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