Ramsan Kadyrow regiert in der russischen Teilrepublik durch – ganz in Sinne des Kremls. Doch er ist schwer krank. Die Nachfolge könnte zum Problem werden. Der Anführer einer kämpferischen Nation sollte bei bester Gesundheit sein. Auf Ramsan Kadyrow, unangefochtenes Oberhaupt der russischen Teilrepublik Tschetschenien und seit 2007 auf seinem jetzigen Posten, müsste das ganz besonders zutreffen. Sein intensiv gepflegtes Image baut auf dem unanfechtbaren Recht des Stärkeren auf. Er hat es zu seinem Credo erhoben, dem alle zu folgen haben, die ihm in die Quere kommen. Doch wirkt der 49-jährige machthungrige Herrscher alles andere als gesund. Seit einigen Jahren halten sich hartnäckige Gerüchte, wonach Kadyrow mit ernsthaften Erkrankungen zu kämpfen hat. Darauf deuten sein aufgedunsenes Gesicht hin, wiederholte Krankenhausaufenthalte, oft über einen längeren Zeitraum, sowie seine öffentlichen Abwesenheiten. Immer wieder dringen neue Details durch. Beispielsweise, dass sich Kadyrow in den Vereinigten Arabischen Emiraten einer misslungenen Nierentransplantation unterzogen habe. Die oppositionelle Zeitung Novaya Gazeta Europe sprach von einer Bauchspeicheldrüsennekrose, Ende Dezember soll er laut einer anonymen tschetschenischen Quelle im Krankenhaus wiederbelebt worden sein. Der ukrainische Geheimdienst will Anzeichen eines baldigen Ablebens ausgemacht haben. All diese Nachrichten schüren Spekulationen über die Regelung der Nachfolge, sollte es demnächst tatsächlich so weit kommen. Zusätzlich angeheizt wurden sie durch die Mitteilung über einen Autounfall Mitte Januar, bei dem zwei Menschen starben und Kadyrows Sohn Adam schwer verletzt worden sein soll.
via taz: Russlands Statthalter in Tschetschenien Der brutale Herrscher schwächelt
siehe auch: Wer wird Putins „Bluthund“-Junior? Duell der Kadyrow-Kinder – „Grausamkeit“ vor „Intelligenz“. Als Wladimir Putin 1999 in Russland die Macht übernahm, war seine Anfangszeit im Kreml geprägt vom Krieg gegen die im Nordkaukasus gelegene Republik Tschetschenien. In jenem Konflikt, der erst 2009 enden sollte, setzte der Kreml-Chef Achmat Kadyrow als Statthalter in Tschetschenien ein: Nach dessen Tod 2004 folgte sein Sohn Ramsan Kadyrow an der Spitze Tschetscheniens. Weil dieser übereinstimmenden Berichten internationaler Medien zufolge jedoch schwer erkrankt sein soll, könnte die Frage eines potenziellen Nachfolgers Kadyrows in Tschetschenien schon bald immanent werden.
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