Die Empörung über den FDP-Plan zum Koalitionsbruch reißt auch in den eigenen Reihen nicht ab. Nun verlässt mit Harald Christ ein prominenter Liberaler die Partei. Ex-Ministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übt ebenfalls scharfe Kritik. Der Unternehmer und frühere FDP-Schatzmeister Harald Christ hat in einem Schreiben seinen Austritt aus der FDP erklärt. Das Papier liegt dem SPIEGEL vor. Die »Erfahrungen der letzten Wochen« hätten seinen Entschluss bestärkt, sich künftig unabhängig von der Mitgliedschaft in einer Partei zu engagieren, schreibt er. Über seine Entscheidung sprach er auch mit dem »Handelsblatt« : »Wenn ich Mitglied einer Partei bin, werde ich mit dem identifiziert, was diese Partei tut. Das wollte ich nicht mehr. Für mich ist Haltung wichtig.« Christ begründete seine Entscheidung mit dem Vorgehen der Parteiführung in den vergangenen Wochen. Er halte den Ampel-Ausstieg für einen Fehler. »Es geht hier nicht um Planspiele. In einer solchen Lage müssen alle Politiker und Parteien Verantwortung übernehmen.« Mit seiner Kritik bezog sich Christ auch auf die Affäre um das sogenannte D-Day-Papier. Gerade solche kriegerischen Begriffe irritierten ihn – »ich kann über Worte wie ›D-Day‹ und ›offene Feldschlacht‹ nur den Kopf schütteln«. Er empfehle der Parteiführung jetzt, »sich ehrlich zu machen und alles auf den Tisch zu bringen«. Nach über 30 Jahren in der SPD war der Arbeitersohn Christ im Frühjahr 2020 in die FDP eingetreten. Im September 2020 wurde der Unternehmer auf Vorschlag von Parteichef Christian Lindner Schatzmeister, gab das Amt aber nach rund eineinhalb Jahren wieder ab.
via spiegel: Wegen Plänen für Ampel-Aus Ex-Schatzmeister Harald Christ tritt aus der FDP aus