Auch in Deutschland gibt es immer mehr Fälle von sexualisierter Gewalt und Übergriffen auf Frauen. Was genau bedeutet das, was ist über die Täter bekannt? Seit Jahren steigt die Anzahl der registrierten Übergriffe und Gewalttaten gegen Frauen. Das zeigen Auswertungen zuständiger Behörden, zuletzt ein Lagebild des Bundeskriminalamtes vergangene Woche. Doch was bedeutet das? Wird das Leben in Deutschland für Frauen gefährlicher? (…) Unter geschlechtsspezifischer Gewalt versteht man »Gewalt, die sich gegen eine Person aufgrund ihres biologischen oder sozialen Geschlechts richtet«, so definiert es das Deutsche Institut für Menschenrechte. Es können also grundsätzlich alle Menschen im Geschlechterspektrum damit gemeint sein, auch Männer oder etwa nicht binäre Personen. Das aktuelle Lagebild des Bundeskriminalamtes (BKA) konzentriert sich aber auf »geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten«. Von allen Straftaten, die 2023 in Deutschland erfasst wurden, machen Sexualdelikte 2,1 Prozent aus. Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervor. Was zunächst einmal nach wenig klingt, wird in konkreten Zahlen besser begreifbar: Mehr als 12.000 Fälle gab es im Deliktfeld Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall, einschließlich der Fälle mit Todesfolge. Im Vergleich zu 2019 ist das ein Anstieg um fast 30 Prozent. Betroffen sind überwiegend Frauen. Die Behörden erfassen weiter sogenannte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Darunter fallen auch sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen – etwa in Erziehungseinrichtungen – oder Missbrauch durch einen Arzt oder einen Pfleger. Von den 256.276 im vergangenen Jahr erfassten Opfern häuslicher Gewalt sind 70 Prozent weiblich. Noch höher liegt der Anteil der weiblichen Opfer, wenn man ausschließlich auf die Gewalt in Partnerschaften schaut: Fast 80 Prozent dieser Betroffenen sind Frauen.
via spiegel: Femizide, Vergewaltigung, Nötigung Immer mehr Gewalt gegen Mädchen und Frauen – das weiß man über die Täter