Die AfD hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit einer weiteren rechtsextremen Organisation getroffen. Doch das hatte schon bei der Identitären Bewegung und anderen rechtsextremen Gruppen nur geringe Bedeutung. Teile der Partei haben keine Berührungsängste zu Neonazis und „Rassenkundlern“. Der AfD-Bundesvorstand hat einstimmig beschlossen, die rechtsextreme Denkfabrik Metapol in die Unvereinbarkeitsliste der Partei aufzunehmen. Das bestätigte ein Sprecher der AfD dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Metapol gibt als Verlag rechte und rechtsextreme Bücher heraus, außerdem die Zeitschrift „Agora Europa“ für „rechte Metapolitik“. Darüber hinaus veranstaltet die rechtsextreme Denkfabrik Seminare. Bei einem „Spätsommerseminar“ im September mit dem Titel „Was tun? Brennende Fragen der Deutschen Rechten“ trat unter anderem Erik Ahrens als Referent auf. Ahrens hat sich als rechtsextremer Social-Media-Experte einen Namen in der Szene gemacht und unter anderem den AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah bei der Erstellung von Tiktok-Videos unterstützt. Vor wenigen Wochen wurden Recherchen der britischen Organisation Hope not Hate und mehrerer internationaler Medien bekannt, nach denen Ahrens gemeinsam mit politischen Mitstreitern am Aufbau eines länderübergreifenden Netzwerks rechtsextremer Rassentheoretiker arbeitete. Auch in den sozialen Medien präsentiert sich Ahrens seit Längerem mit regelmäßigen Veröffentlichungen zu „Rassenkunde“ und „Eugenik“ in der Tradition des Nationalsozialismus und wirbt dafür, dem Thema „Rasse“ in der rechten Bewegung mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Teile der AfD zeigten in der Vergangenheit trotzdem keine Berührungsängste mit dem Rassisten und Neonazi Ahrens: Wie die „taz“ und das Medienkollektiv „Recherche Nord“ berichteten, wurde das „Spätsommerseminar“ der Denkfabrik Metapol von dem AfD-Politiker Tim Krause moderiert. Krause ist Mitglied des Landesvorstands der AfD Brandenburg und war zudem Pressesprecher der Brandenburger Landtagsfraktion. Der „taz“ teilte er im September mit, er habe bei dem Seminar darauf hingewiesen, dass er sich „etwaige, dort dargebotene Positionen nicht zu eigen mache“. „Dass unter den Gästen ‚Neonazis’ oder ‚Rassisten’ anwesend gewesen sein sollen, halte ich für abwegig.“ Neonazis unter Seminarteilnehmern Das Medienkollektiv „Recherche Nord“ dokumentierte in der Vergangenheit bereits mehrere Metapol-Treffen. Unter den Teilnehmern waren demnach Anhänger der mittlerweile in „Die Heimat“ umbenannten NPD, ihrer Jugendorganisation Junge Nationalisten, der Neonazi-Kleinstpartei Dritter Weg, der AfD und der Jungen Alternative.
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