Freitags immer frei und trotzdem wie in einem Vollzeit-Job bezahlt werden: Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Verfechter der Vier-Tage-Woche halten das aber für praxistauglich. Wenn bestimmte Unternehmen die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten etwas reduzieren und sie trotzdem das volle Gehalt zahlen, kann das einer Studie zufolge Vorteile für beide Seiten bringen. Experten stellten in Düsseldorf eine Studie zur sogenannten Vier-Tage-Woche vor. Mehr als vierzig deutsche Unternehmen und Organisationen hatten testweise ein halbes Jahr ein neues Arbeitszeitmodell eingeführt. Studienleiterin Julia Backmann von der Universität Münster sagte, dass die Produktivität leicht gestiegen sei. Außerdem habe sich unter den Beschäftigten die Zufriedenheit erhöht. Befragte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten zudem davon berichtet, dass sich ihre mentale und körperliche Gesundheit verbessert habe. Nach der Einführung des neuen Arbeitszeitmodells änderten viele Unternehmen ihre Abläufe. Eine Maßnahme: Sie hatten weniger oder kürzere interne Meetings.
via handelsblatt: Studie Vier-Tage-Woche ohne Gehaltseinbußen bringt vor allem Vorteile
siehe auch: Veränderte Arbeitszeiten Wie sich die Vier-Tage-Woche in der Praxis bewährt. Die Vier-Tage-Woche funktioniert in vielen Fällen gut – zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Universität Münster. Die Forscher haben ein halbes Jahr lang mehr als 40 Unternehmen begleitet. Den Freitag hat die Firma Finnholz zum “Frei-Tag” erklärt. So wirbt das Holzindustrieunternehmen aus Lienen im Münsterland auf seiner Homepage offensiv um neue Mitarbeiter. Die Vier-Tage-Woche dient hier als Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb um Fachkräfte. Seit das Unternehmen die Vier-Tage-Woche Anfang des Jahres eingeführt hat, habe es mehrere neue Mitarbeiter gewinnen können, berichtet Produktionsleiter Bernd Dreyer. Einer der Neuen ist Sebastian Austrup. Der 32-jährige Zimmerer hat im September bei Finnholz angefangen. Die Vier-Tage-Woche sei zwar nicht der Hauptgrund für seine Entscheidung gewesen, habe aber durchaus eine Rolle gespielt.Finnholz gehört zu den mehr als 40 Unternehmen, die im Rahmen einer Studie der Universität Münster die Vier-Tage-Woche getestet haben. Die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, war die meistgenannte Motivation unter den teilnehmenden Firmen. (…) Eine wichtige Einschränkung besteht darin, dass die Auswahl der Unternehmen nicht repräsentativ erfolgen konnte. Nur Unternehmen, die freiwillig bereit waren, die Vier-Tage-Woche zu testen, wurden untersucht. Es handelte sich also um Arbeitgeber, die der Idee bereits offen gegenüberstanden. Das Institut der deutschen Wirtschaft fürchtet Wohlstandsverluste und schwere Folgen für den Arbeitsmarkt. mehr Firmen setzen Vier-Tage-Woche mehrheitlich fortDie Unternehmen, die sich für das Experiment entschieden haben, machten aber überwiegend positive Erfahrungen. Umsätze und Gewinne sind im Durchschnitt stabil geblieben, obwohl die Arbeitszeit gekürzt wurde. Die Vier-Tage-Woche war offenbar ein Anlass, Prozesse in den Unternehmen zu überdenken. Kürzere Meetings und mehr digitale Hilfsmittel sind die Folge. Das Stresslevel unter den Beschäftigten ist insgesamt gesunken. Die Forscher hatten das unter anderem mit Fitnessuhren gemessen.
