Organisation, die sich für die Rückkehr der Soldaten aus der Ukraine einsetzt, wurde auf die Liste der „ausländischen Agenten“ gesetzt. Russland hat die Frauenorganisation „Put Domoi“, die sich für die Rückkehr mobilisierter russischer Soldaten aus der Ukraine einsetzt, als „ausländische Agenten“ eingestuft. Zu Begründung erklärte das Justizministerium in Moskau am Freitag, die Bewegung habe darauf hingearbeitet, ein „negatives Bild“ von Russland und der russischen Armee zu vermitteln, und zu illegalen Protesten aufgerufen. Zugleich setzte Moskau die Politikerin Jekaterina Duntsowa und das unabhängige Medium Sota auf die Liste „ausländischer Agenten“. Die Frauen und Partnerinnen von Soldaten, die in der Ukraine eingesetzt sind, demonstrierten als Teil der Frauenorganisation „Put Domoi“ (russisch: „Weg nach Hause“) in seltenen Protesten Anfang des Jahres auf dem Roten Platz in Moskau für die Rückkehr ihrer Angehörigen. Die Organisation rief damals in Onlinenetzwerken zu Protesten in mehreren russischen Städten auf. Die Frauen versammelten sich wochenlang regelmäßig an der Kreml-Mauer und legen symbolisch Blumen am Grab des unbekannten Soldaten nieder.

via morgenpost: Russland: Soldaten-Frauen nun als Staatsfeinde eingestuft

siehe auch: Russland erklärt Ex-Präsidentschaftsbewerberin zu “Auslandsagentin” Jekaterina Dunzowa wollte gegen Wladimir Putin antreten, wurde aber nicht zur Wahl zugelassen. Nun gilt die Kriegsgegnerin als “ausländische Agentin”. Russische Behörden haben die Ex-Präsidentschaftsbewerberin Jekaterina Dunzowa als “ausländische Agentin” eingestuft. Am Freitagabend tauchte der Name der 41-Jährigen in einem entsprechenden Register des russischen Justizministeriums auf, in dem mittlerweile viele Regierungsgegner stehen. Der Begriff “Auslandsagent”, der an den Sowjetbegriff “Volksfeind” erinnert, gilt als abwertende Bezeichnung, die die Glaubwürdigkeit von Personen untergraben soll. Einzelpersonen oder Gruppen, die in Russland als “Auslandsagent” gelistet werden, müssen ihre Finanzierungsquellen offenlegen. Zudem sind sie verpflichtet, alle Veröffentlichungen entsprechend zu kennzeichnen – selbst Einträge in Onlinenetzwerken. Viele als ausländische Agenten Diffamierte kämpfen danach um ihre Existenz, weil beispielsweise Unterstützer, Wirtschaftspartner und Einnahmen wegbrechen. Insbesondere seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gilt das Verfahren als Mittel politischer Repression, um Regimekritiker zum Schweigen zu bringen.

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