Bauern protestieren gegen Subventionsabbau, obwohl viele Höfe zuletzt Rekordgewinne einfuhren. Inwieweit fallen Gelder für Diesel ins Gewicht? Die Zahlen zur Protestwoche. In ganz Deutschland blockieren Bauern Straßen und Städte. Ihre Forderung: Die Bundesregierung soll die schrittweise Streichung der Subventionen für Agrar-Diesel komplett zurücknehmen. Es gehe um “die Zukunft unserer Bauernfamilien”, erklärte Bauernpräsident Joachim Rukwied. (…) In den vergangenen zwei Jahren konnten deutsche Landwirte insgesamt Gewinne auf Rekordniveau erzielen. Im Wirtschaftsjahr 2022/23 stieg der durchschnittliche Gewinn der Betriebe auf 115.400 Euro – so viel wie nie zuvor und ein Plus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. (…) Zuschüsse, Prämien, Vergünstigungen, Ausgleichszahlungen – die Liste der Gelder für die Landwirtschaft ist lang. Allein von der EU gibt es rund 6 Milliarden Euro für deutsche Landwirte, vom Bund kommen noch mal 2,4 Milliarden Euro im Jahr dazu. “Die öffentlichen Subventionen machen insgesamt etwa 40 Prozent der Gewinne in der Branche aus”, erklärt Rolf Heinze, Seniorprofessor für Soziologie an der Ruhr-Universität in Bochum. Die Gelder aus dem Topf für Agrardieselsubventionen fallen nur vergleichsweise gering ins Gewicht: Laut Agrarbericht des Landwirtschaftsministeriums erhielt jeder Betrieb im Wirtschaftsjahr 2020/2021 im Schnitt rund 3.000 Euro pro Jahr an Agrardieselsubventionen. Im selben Zeitraum lag der Gewinn pro Hof im Schnitt bei etwa 56.000 Euro. In den darauffolgenden Jahren kamen die massiven Gewinnsteigerungen.

via zdf: Fakten zur Protestwoche : Wie schlecht geht es den Bauern wirklich?

siehe auch: PROTEST GEGEN AMPELPLÄNE : Verwöhnte Bauern. Deutsche Landwirte können sich vor Subventionen kaum retten. Aber wenn sie eines ihrer Privilegien aufgeben sollen, rollen die Trecker auf die Autobahnen. Das ist kein nachvollziehbarer Protest, sondern eine Frechheit. Es ist nicht zu fassen. 2023 beschert den Landwirten einen Geldsegen. Um satte 35.000 Euro haben Hauptbetriebslandwirte ihr Ergebnis gesteigert. Auch in den Jahren zuvor ist ihr Einkommen stetig gestiegen. Seit Jahrzehnten profitieren die Bauern von großzügigen Staatshilfen. Ein Drittel des EU-Budgets fließt in den Agrarsektor. Zwei Fünftel des Einkommen der Bauern entfallen auf die Brüssel (…) Aber wenn die Bauern dann auf ein einziges ihrer Privilegien verzichten sollen, um ihren kleinen Beitrag zu einem verfassungsgemäßen Haushalt zu leisten, rollen die Trecker auf die Autobahnen. Das ist kein nachvollziehbarer Protest. Das ist eine Frechheit; Proteste Wie schlecht geht es den Bauern wirklich? Die Landwirte protestieren gegen Sparpläne der Regierung, dabei haben viele zuletzt sehr gut verdient. Trotzdem gibt es einige Sorgen. Antworten auf die wichtigsten Fragen. Bauern haben am Montag im ganzen Land gegen die geplante Streichung von Subventionen durch die Bundesregierung protestiert. Die Ampelkoalition will Steuervergünstigungen für den Diesel abschaffen, den Landwirte für ihre Maschinen kaufen. Die Regierung ist den Bauern bereits entgegengekommen. (…) Die gestiegenen Lebensmittelpreise führen dazu, dass Landwirte mit ihrer wirtschaftlichen Lage so zufrieden sind wie zuletzt vor neun Jahren. So steht es im sogenannten Situationsbericht, den der Deutsche Bauernverband jährlich herausgibt. Allerdings fand diese Umfrage statt, bevor die Regierung ihre Sparpläne präsentierte. Trotzdem sind die Zahlen beeindruckend: So kletterte der Gewinn der Bauernhöfe im Geschäftsjahr 2022/23 um fast die Hälfte auf gut 115 000 Euro. Das ist ein Rekordwert, wobei der Bauernverband in seinem Situationsbericht anmerkt, dass solch ein Profit im Vergleich zu einem Bäcker- oder Metzgereibetrieb nicht übermäßig hoch sei. Außerdem arbeiten auf Höfen oft Familienmitglieder mit, die dafür keinen Angestelltenlohn erhalten. Der Gewinn muss also auf mehrere Personen aufgeteilt werden. Doch auch nach dieser Berechnung stieg der Profit um fast die Hälfte – auf fast 82 000 Euro pro Familienmitglied. Zum Vergleich: Die Dieselbeihilfe, die nun abgeschafft werden soll, entlastet einen durchschnittlichen Bauernhof mit jährlich 2900 Euro, wie im Agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung nachzulesen ist. Das entspricht etwa 2,5 Prozent des Gewinns von 115 000 Euro. Die Dieselbeihilfe ist zudem nur ein kleiner Teil der Gesamtsubventionen für die Branche. Im Durchschnitt kassierte ein Bauernhof zuletzt fast 48 000 Euro, wobei der Großteil auf EU-Beihilfen entfällt.

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