Geld floss laut Recherchen von Profil und ORF über fragwürdige schottische Offshore-Firma. Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer, der noch am Donnerstag von der SPÖ Niederösterreich die Viktor-Adler-Plakette erhielt, werden nun dubiose Geldflüsse vorgeworfen. Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) hat im Jahr 2014 über eine Offshore-Firma 120.000 Euro aus Aserbaidschan erhalten, berichten “profil” und “ORF”. Gusenbauer bestätigt laut “profil”, dass seine “Gusenbauer Projektentwicklung und Beteiligung GmbH” in dem Jahr ein bezahltes “sechsmonatiges Coaching- und Beratungsprojekt für Abgeordnete der Republik Aserbaidschan durchgeführt” habe. Zahlungen an Dritte habe es nicht gegeben. Laut “profil” (online) floss das Geld über ein Konto bei der Danske Bank in Estland, das der schottischen Offshore-Firma Faberlex LP gehörte. Die Estland-Filiale der Danske Bank steht im Zentrum eines der größten Geldwäscheskandale in Europa. Geldflüsse zwischen Aserbaidschan, Estland und Schottland. Die Briefkastenfirma Faberlex wiederum habe neben ihrer Registrierung in Schottland auch eine Adresse in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku aufgewiesen, schreibt das “profil”. Und das Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), ein Investigativnetzwerk mit Osteuropafokus, werfe Faberlex vor, eine wichtige Firma in einem Offshore-Netzwerk zu sein, über das möglichst anonym große Geldbeträge in Richtung Westen verschoben wurden. So sei jener Mann, der gegenüber der Danske Bank als Verantwortlicher für Faberlex genannt wurde, in Wahrheit ein Fahrer einer Bank in Baku, der angibt, von den Geschäften nichts zu wissen. Aserbaidschan steht im Westen wiederholt im Zusammenhang mit Politikerbestechung. So hat die parlamentarische Versammlung des Europarats 2018 einen ehemaligen Präsidenten und drei weitere Mitglieder bestraft, weil ein Korruptionsbericht ihnen vorwarf, gegen Geld für den autokratisch regierten Aserbaidschan gearbeitet zu haben. Zeugenaussagen zufolge händigte ein Aserbaidschan-Lobbyist beispielsweise 500-Euro-Scheine an Mitglieder der Versammlung aus. Dafür sollten sie die Lage von Menschen- und Bürgerrechten in der Ex-Sowjetrepublik in gutem Licht erscheinen lassen.

via standard: Gusenbauer beriet 2014 Abgeordnete in Aserbaidschan

siehe auch: Alfred Gusenbauer: Geld aus Aserbaidschan. Eine Firma des Ex-SPÖ-Bundeskanzlers kassierte über ein Offshore-Konstrukt im Jahr 2014 zumindest 120.000 Euro. Für die Beratung von Politikern, so Gusenbauer. (…) Der Ex-Kanzler erhielt im Jahr 2014 beträchtliche Geldsummen aus dem autokratisch regierten Aserbaidschan. Aber wofür? Einem Rechercheverbund von profil und ORF liegen Unterlagen vor, in denen Überweisungen an eine Gusenbauer-Firma von insgesamt 120.000 Euro dokumentiert sind. Der Geldfluss erfolgte auf durchaus verschlungenen Wegen: Involviert war eine schottische Offshore-Firma namens Faberlex LP, die über ein Konto bei der Danske Bank in Estland verfügte. Über dieses Konto lief das Geld. Die estnische Tochter der dänischen Danske Bank ist seit mehreren Jahren in einen riesigen Geldwäscheskandal verstrickt. Die Informationen zu den Gusenbauer-Zahlungen finden sich in Bankdaten, die das italienische Magazin „L‘Espresso“ mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), einem Investigativnetzwerk, geteilt hat. Das ICIJ machte die Daten internationalen Partnermedien zugänglich. Geld kam von Briefkastenfirma profil und ORF stießen in den Unterlagen auf sechs einzelne Überweisungen der Offshore-Firma Faberlex über jeweils 20.000 Euro auf ein österreichisches Konto. Als Empfängerin ist „Gusenbauer Projektentwicklung“ vermerkt.

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Von Hans Barte, ich – Hans Barte, wohnhaft Telfs, Wienbesuch, CC BY-SA 3.0, Link – symbolbild

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