Szenen einer Lebenspartnerschaft: Während die von Alice Weidel geführte AfD-Fraktion im Bundestag die Ehe für alle wieder abschaffen will, hofft ihre Partnerin Sarah Bossard am Sonntag auf ein Ja zur Eheöffnung beim Schweizer Volksentscheid. In einem Interview mit der “Basler Zeitung” (Bezahlartikel) hat sich Sarah Bossard, die Schweizer Lebenspartnerin der AfD-Politikerin Alice Weidel, für die Ehe für alle ausgesprochen. In der Eidgenossenschaft findet am Sonntag eine von Gegner*innen erzwungene Volksabstimmung über die Eheöffnung statt (queer.de berichtete). Umfragen rechnen mit einer klaren Zustimmung. In dem Interview kritisierte Bossard die Angstkampagne der Gegner*innen, die mit weinenden Kindern, Zombies und Sklaverei vor einer rechtlichen Gleichstellung von Lesben und Schwulen warnt (queer.de berichtete). “Die Kampagne ist nicht nur geschmacklos, sondern geht an unserer Lebenswirklichkeit völlig vorbei”, sagte die in Sri Lanka geborene Film- und Fernsehproduzentin, die in Einsiedeln im Kanton Schwyz lebt und die Öffentlichkeit sonst eher scheut. “Ich hätte mir gewünscht, dass sich das Komitee näher mit den Menschen und Lebenskonstellationen beschäftigt hätte, auf denen es herumhackt”, sagte die ehemalige Filmstudentin. “Aber das zeigt auch, was in den Köpfen mancher Menschen immer noch vorgeht. Gerade auch darum ist die Ehe für alle ein wichtiger Schritt, um das zu ändern.” Ähnlich wie das Frauenstimmrecht werde sich die Ehe für alle “nicht aufhalten lassen”, meinte Bossard, die zusammen mit Weidel zwei Söhne großzieht. “Und wenn wir uns nicht weiterentwickeln würden, dann wären Scheidungen auch nie möglich gewesen.”
via queer: Schweiz – Alice Weidels Partnerin wirbt für die Ehe für alle