Auf einer Farm von Jörg Dornau sollen politische Häftlinge arbeiten. Dem Landesvorstand gegenüber hat er sich erklärt. Dennoch haben Parteifreunde Bauchschmerzen. örg Dornau schweigt – und wird es gegenüber den Medien wohl weiterhin tun. Der AfD-Landtagsabgeordnete lässt am Montag eine Anfrage dieser Zeitung im Sand verlaufen. Dornau hat es bislang immer so gehalten: Zu Medienberichten, die seinen landwirtschaftlichen Betrieb in Belarus betreffen, äußert er sich nicht persönlich, lässt höchstens seinen Anwalt sprechen. Aktuell muss er deswegen nichts befürchten, selbst wenn die Lage für ihn schwieriger geworden ist. Der AfD-Landesvorstand stützt Dornau gegen die jüngsten Vorwürfe. Vor ein paar Wochen veröffentlichte das Portal „Reform.News“, für das belarussische Journalisten berichten, erste Recherchen. Weitere Medien folgten. Im Kern geht es immer um die gleichen Umstände: Dornau soll auf seiner Zwiebelfarm in Weißrussland Strafgefangene arbeiten lassen, von Zwangsarbeit ist in einzelnen Berichten die Rede. Auch politische Gefangene sollen zum Einsatz kommen. Profitiert Jörg Dornau also von einem System, das seine Gegner mit brutaler Härte verfolgt? Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Vorermittlungen aufgenommen. Der Vorwurf des Menschenhandels, der Zwangsarbeit und der Ausbeutung von Arbeitskraft steht im Raum. (…) Bei der Sitzung des Landesvorstands am 14. Oktober war der Fall nun Thema. Dornau selbst war nicht erschienen. Stattdessen berichteten der Landesvorsitzende Jörg Urban und AfD-Generalsekretär Jan Zwerg über ein Gespräch, das sie mit Dornau geführt hatten. Teilnehmern der Sitzung zufolge wurde kurz dargelegt, wie sich die Angelegenheit darstelle. Dornau soll Vorwürfe zurückgewiesen haben Dornau habe in dem Gespräch mit Urban und Zwerg alles zurückgewiesen, heißt es. Von einer heiklen Lage wolle er nichts wissen. Ja, auf Dornaus Farm seien Gefangene im Einsatz. Allerdings soll dies vergleichbar mit der Situation in Deutschland sein: In Belarus könnten sich Sträflinge mit der Arbeit ein Taschengeld erarbeiten oder Strafen ableisten. Von Zwangsarbeit sei nicht die Rede. Menschen wie Dornau gehören in kein Parlament. Rico Gebhardt Linken-Landtagabgeordneter Im Landesvorstand waren einige überrascht, dass sich Urban und Zwerg mit dieser Erklärung zufriedengaben. Viele Gesprächspartner beschreiben zudem ein grundsätzliches Dilemma: Dornau äußere sich in AfD-Kreisen nicht näher zu seinen Geschäften in Belarus, mauere, wo er könne. Da könne man als Partei wenig ausrichten. Selbst in der Fraktion werde er nicht zur Räson gerufen. Bauchschmerzen im Landesvorstand Zähneknirschend nahmen Vorstandmitglieder darum zur Kenntnis, dass der Landesvorstand die geringen Ergebnisse der Aussprache dem Bundesvorstand mitteilte. Faktisch stütze man Dornau damit, heißt es.
siehe auch: AFD-LANDTAGSABGEORDNETER IN #SACHSEN – Vorwürfe gegen #Dornau erhärten sich: Politische Gefangene auf Feldern des AfD-Politikers in #Belarus? Politische Gefangene sollen in Belarus auf Feldern des sächsischen AfD-Politikers Jörg Dornau gearbeitet haben. Dessen Firma baut dort Zwiebeln an. MDR-Recherchen zeigen nun: Häftlinge könnten gezielt inhaftiert worden sein, um billige Arbeitskräfte zu bekommen. Die Vorgänge beschäftigen nun auch die deutsche Justiz. Ehemalige Häftlinge beschreiben in einem belarussischen Auslandmedium, unter welchen Bedingungen sie in der Firma des sächsischen AfD-Politikers arbeiten mussten. MDR-Recherchen erhärten nun die Vorwürfe. Massenverhaftungen häufen sich seit den Protesten gegen Diktator Lukaschenko in Belarus – viele Gefangene werden zu Arbeitseinsätzen gezwungen. Die Verbindungen des AfD-Politikers Jörg Dornau zur politischen Führung in Belarus sind unklar. “Als erstes waren es normale Gefangene, die beispielsweise wegen Alkoholkonsums inhaftiert wurden”, erzählt eine Person, die an Jörg Dornaus Geschäften in Belarus direkt beteiligt war. Später hätten dann nur noch politische Häftlinge für die belarussische Firma des AfD-Politikers “Zibulka-Bel” gearbeitet – ein Gemüse-Farm.