Bisher unveröffentlichte interne Unterlagen, die WELT AM SONNTAG vorliegen, stützen den Verdacht auf Absprachen bei PR-Aufträgen für Maximilian Krah, AfD-Spitzenkandidat für die Europawahlen. Bei einem OB-Wahlkampf in Dresden schritt das EU-Parlament ein. Der sächsische AfD-Europaabgeordnete Maximilian Krah vertritt offen völkische Thesen. Zugleich ist Krah mit 38.000 Followern eine Größe auf TikTok und Spitzenkandidat seiner Partei für die Europawahlen im Juni. Nun könnte ihn ein Skandal einholen, der in Umrissen bereits vor einem Jahr bekannt geworden war. Bisher unveröffentlichte interne Unterlagen stützen jetzt einen Verdacht: Drei Firmen, von denen zumindest zwei bereits zuvor für Krah gearbeitet hatten, scheinen sich Ende 2022 in unzulässiger Weise abgesprochen zu haben, um an vom Europaparlament finanzierte Gelder zu kommen – für PR-Arbeiten für Krah. Aus Sicht von Identität und Demokratie (ID), einer Fraktion rechter Parteien im Parlament, hatten die Vorwürfe bereits im Februar 2023 so viel Substanz, dass sie Krah als Mitglied suspendierte. Ihr gehören neben der AfD auch die österreichische FPÖ und die französische Partei Rassemblement National an. (…) WELT AM SONNTAG liegen jetzt die drei Angebote vor, die Ende 2022 bei der ID-Fraktion eintrafen – eines von der Firma Brandmarker aus Bayreuth, eines von Hinato aus Dresden und eines von Polifakt aus Berlin. Sie glichen sich bis hin zum Layout und einem Tippfehler im – englischen – Text. Unterschiedlich fielen nur die Preise aus. Die großzügigen PR-Budgets der EU-Abgeordneten Das nährt den Verdacht, dass Absprachen stattfanden. Denn ausgerechnet die eng mit der AfD verbundene Berliner Firma Polifakt bot die günstigsten Stundensätze – so als sollte sie unbedingt den Zuschlag für den Auftrag bekommen.

via welt: Maximilian Krah und der Verdacht um die EU-Gelder

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