Stramm rechtsextrem, große Probleme mit der Justiz – und doch für die AfD im Landtag: Bisher störte der Fall Halemba die AfD-Spitze nicht. Nach einem t-online-Report bewegt sie sich nun. Zu zweifelhafte Methoden in der Partei, zu offen rechtsextrem – und nun zu wenig demütig: Der Fall Daniel Halemba, gegen den wegen Volksverhetzung ermittelt wird, ruft Unruhe in der AfD hervor. Nach einem Bericht von t-online, der Halembas dubiose Methoden auch innerhalb der Partei offenlegte, wird jetzt der AfD-Bundesvorstand um Tino Chrupalla und Alice Weidel aktiv. Er fordert eine schriftliche Aufklärung von Halemba, dem Landesvorstand Bayern, der Jungen Alternative Bayern und dem Bezirksvorstand Unterfranken. Auch die Spitze der AfD Bayern distanziert sich zunehmend vom jüngsten AfD-Abgeordneten im Landtag. Der 22-Jährige habe bisher eine starke Unterstützung genossen, vor allem unter jungen Mitgliedern. “Aber dieser Rückhalt schwindet”, heißt es aus Kreisen des Landesvorstands. Manch einer dürfte spüren, dass der Wind sich drehen könnte, und sich selbst in Sicherheit bringen wollen (…) Bei einer Razzia im September wurden Waffen und NS-Devotionalien im Haus der Würzburger Burschenschaft Teutonia Prag gefunden, bei der Halemba sowie weitere Mitglieder der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) Mitglied sind. In Halembas Zimmer soll ein SS-Befehl von Himmler an der Wand gehangen haben, im Gästebuch soll der Hitlergruß “Sieg Heil” mit seinem Namen unterschrieben worden sein. Wegen Verdunkelungsgefahr erging ein Haftbefehl gegen Halemba – es gab die Befürchtung, er könnte Zeugen beeinflussen. Halemba aber entzog sich der Justiz und tauchte zunächst unter. Am Tag der konstituierenden Sitzung des Landtags wurde Halemba dann kurzzeitig verhaftet, die Ermittlungen gegen ihn laufen. Halemba aber sitzt seither im Parlament. (…) Wie Recherchen von t-online offenlegten, war Halemba parteiintern außerdem bereits zuvor auffällig geworden: Seine Kandidatur für die Landtagswahl sicherte er mit dubiosen Methoden ab, indem er als AfD-Kreisvorsitzender in Würzburg die Aufnahmepapiere für neue Parteimitglieder unterzeichnete, die ihn bei der Aufstellungsversammlung unterstützten. Tatsächlich aber lebten zwei dieser Neumitglieder nicht in Würzburg und hätten deswegen in einem anderen Kreisverband aufgenommen werden müssen. Gegen eine parteiinterne Kritikerin soll Halemba außerdem gemeinsam mit einem befreundeten Juristen, der ebenfalls Mitglied der Burschenschaft wie der JA ist, unwahre eidesstattliche Versicherungen eingeholt haben. Die Vorwürfe sind parteiintern seit Monaten bis hinauf zur Bundesspitze bekannt, die Kritik von einzelnen Mitgliedern ist groß, Aufarbeitung erfolgte demnach aber nie –, weil Halemba zum mächtigen rechtsextremen Flügel gehöre, dessen Mitglieder sich oft gegenseitig decken, so der Vorwurf. Meistgelesen Münchner Flughafen stellt Betrieb am Dienstag zeitweilig ein Marco Schreyl ist seinen Job bei RTL offenbar los Beim Sex erwischt: Paar attackiert Frau auf Bahnhofstoilette Eine zentrale Figur dabei: Richard Graupner, Chef des AfD-Bezirksverbands Unterfranken und Abgeordneter im Landtag. Er hatte Halemba nach dessen Aufstellung als Kandidaten für den aussichtsreichen Listenplatz 2 für die Landtagswahl vorgeschlagen.

via t-online: Rechtsextremist Halemba Der Wind dreht sich in der AfD