In einem Lokal im Holländischen Viertel tagt die AfD-Jugendorganisation. Linke Gruppen wollen das Treffen stören, die Polizei ist im Einsatz. Der Gastronom hat kein Problem mit den rechten Gästen. Im Zuge einer Veranstaltung der vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) hat es am Donnerstagabend einen größeren Polizeieinsatz in der Mittelstraße im Holländischen Viertel in Potsdam gegeben. Das bestätigte ein Polizeisprecher auf Anfrage: „Nach ersten Erkenntnissen war nicht auszuschließen, dass es zu Störungen einer Veranstaltung in geschlossenen Räumen kommen könnte.“ Nach PNN-Informationen hatte die JA in einem Raum in der Gaststätte Augustiner einen sogenannten Jugenddialog unter dem Motto „Widerstand an Hochschulen“ veranstaltet. Eingeladen war ein Referent des neurechten Projektes „Gegen-Uni“, das den vermeintlich linken Mainstream der Geisteswissenschaften an den Hochschulen brechen will und zum Beispiel schon den Verfassungsschutz in Hessen beschäftigt hat. (…) Schon 2019 war das Augustiner ein Anlaufpunkt eines Antifa-Fahrradkorsos, bei dem rund 100 Potsdamer gegen Restaurants demonstrierten, die die AfD oder ihre Ableger für Veranstaltungen genutzt hatten. Das Restaurant Augustiner gehört zur Berliner Laggner-Gruppe. Deren Chef Josef Laggner sagte den PNN auf Anfrage, der Saal sei nicht von der JA, sondern von einer Einzelperson angemietet worden – der politische Charakter sei also unklar gewesen. Er wolle als Gastronom aber auch keine gewählten Parteien wie die AfD ausschließen, solange es sich nicht um verbotene Organisationen handele: „Wir sind Dienstleister.“

via tagesspiegel: Polizei in Potsdam bewacht Rechtsextremisten: Protest gegen Treffen der Jungen Alternative in Gaststätte Augustiner