Bei dem Programm „Respekt-Coaches“ setzen sich Brandenburger Schüler mit Diskriminierung und Verhalten bei Konflikten auseinander. Trotz rechtsextremer Vorfälle an märkischen Schulen will der Bund das Programm nicht mehr finanzieren. Wenige Wochen nach dem Skandal um rechtsextremistische Vorfälle an einer Oberschule in Burg im Spreewald verschwindet das Problem des Rechtsextremismus an Brandenburger Schulen schon wieder aus dem Blickfeld der Politik. Diesen Vorwurf erhebt das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Der Hintergrund: Ab 2024 soll das bislang von der Bundesebene finanzierte, erfolgreiche Programm „Respekt-Coaches“ zur Demokratieförderung an Schulen ersatzlos gestrichen werden. Seit fünf Jahren lernen Schülerinnen und Schüler an 20 Kooperationsschulen in Berlin und Brandenburg unter Anleitung von „Respekt-Coaches“ gegenseitiges Verständnis und die Anerkennung der Würde jedes Menschen als Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenhalts. In kostenfreien, altersgerechten Gruppenworkshops setzen sie sich mit den Themen Diskriminierung, Vielfalt, respektvoller Umgang und Verhalten in Konflikten auseinander. Diakonie-Chefin spricht von Vertrauensbruch „Was im Programm ,Respekt-Coaches’ geleistet wird, fällt nicht in die Kategorie ‚nice to have‘“, sagte Diakonie-Direktorin Ursula Schoen. „Demokratie- und Menschenrechtsbildung muss im Schulalltag lebensweltbezogen verankert werden – da, wo die Probleme konkret auftreten.“ Eine Beendigung des Bundesvorhabens mitten im Schuljahr wäre ein Vertrauensbruch gegenüber den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern, zu denen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde.
via tagesspiegel: Trotz Rechtsextremismus an Brandenburger Schulen: Bund will Demokratie-Programm streichen