Das wahre Gesicht der AfD: Im hessischen Wahlkampf wird offensichtlich, wie die Anhängerschaft der Partei gepolt ist. Sie brüllen, sie motzen, sie drohen: Trotz eines aktuellen Umfragehochs gibt sich die AfD-Basis im hessischen Wahlkampf äußerst angespannt und aggressiv. Erneut sind Medienvertreter und politische Gegner für sie ein rotes Tuch. Aufnahmen zeigen nun, mit wie viel Schaum vor dem Mund AfD-Anhänger reagieren, wenn ihnen etwas nicht passt. Und vor allem auch, wie offen mancher seine wahre Gesinnung preisgibt – und dennoch im Kreis der Partei willkommen geheißen wird. Das Jugendvideoprojekt hessencam setzt sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus ein. So auch im hessischen Rabenau (Landkreis Gießen) – wenige Wochen vor der Landtagswahl. Dort filmt das Kamerateam vor einem Dorfgemeinschaftshaus, in dem eine AfD-Veranstaltung mit dem Co-Landesvorsitzenden Andreas Lichert stattfindet. Die Nerven der Parteianhänger liegen blank. Zwei Personen versuchen das Kamerateam einzuschüchtern und Aufnahmen auf öffentlicher Straße hitzig zu verhindern. Ein anderer Mann beschimpft den SPD-Bundestagsabgeordneten Felix Döring, dessen Kleintransporter vorbeifährt, als „Dr. Mengele“. Josef Mengele war Lagerarzt im KZ Auschwitz-Birkenau und dort verantwortlich für menschenverachtende medizinische Experimente an Häftlingen sowie die Selektionen vor Vergasungen. Die Begründung für den abscheulichen Vergleich hat mit der Corona-Politik zu tun: „Dieser Verbrecher hat für die Impfpflicht gestimmt!“ AfD-Anhänger bekennt sich offen als Nazi – „Am Arsch lecken!“ Den Vogel aber schießt ein Senior ab, der strammen Schrittes zur AfD-Veranstaltung marschiert. Er bekennt offen vor der Kamera: „Ich bin Nationalsozialist! Sie können mich am Arsch lecken!“ Obwohl er sich offen als Verfassungsfeind bekennt, wird der Mann in Empfang genommen.
via der westen: AfD: „Ich bin Nationalsozialist! Sie können mich am Arsch lecken!“ – Bei Parteibasis liegen die Nerven blank
siehe auch: „Ich bin ein Nationalsozialist“ Reporter dokumentiert verstörende Szenen vor AfD-Veranstaltung. Die AfD rechtfertigt sich nach einem viralen Video, aber die Erklärung ist zweifelhaft, zeigt die KStA-Recherche. Aggressive Stimmung, ein SPD-Politiker wird als „Dr. Mengele“ bezeichnet, ein Mann bezeichnet sich offen als „Nationalsozialist“: Videoaufnahmen, aufgenommen unmittelbar vor einer Wahlkampfveranstaltung der AfD am Samstag (19.08.) im hessischen Rabenau (Landkreis Gießen), lösen derzeit Empörung auf dem Kurznachrichtendienst X, vormals Twitter, aus. (…) „Es wurde es immer aggressiver, ich durfte dann gar nicht mehr in die Einfahrt rein“, schildert Schaefer die Situation. Von der Polizei vor Ort zeigt er sich enttäuscht. Er habe keinerlei Unterstützung erfahren und sei stattdessen vom Einsatzleiter gebeten worden, zu gehen. Schaefer hätte gerne mehr von den schätzungsweise rund 50 Mitgliedern und -Anhängern aus den Kreisen Gießen und Vogelsberg, die an der Veranstaltung teilgenommen haben, erfahren, sagt er. „Da waren sicherlich ein paar offenbar Rechte, aber auch Neugierige, die sich das einfach mal anschauen wollten. Mit diesen Leuten wäre ich gerne ins Gespräch gekommen“, so Schaefer.