Im Leibniz-Theater treffen sich Anhänger der Reichsideologie. Tonaufnahmen legen nahe, dass der Besitzer solchen Positionen nahesteht. Auf der Website des Leibniz-Theater in Hannover finden sich einige Events. Bis zum März kommenden Jahres listet das Theater Veranstaltungen auf. Mit einem Klick kann ein Besuch in der Kommandanturstraße gebucht werden. Das Theater von Joachim Hieke hat aber Probleme. „Nahezu alle Künstler“ hätten sich von ihm „entfernt“ oder sich „auf Druck vom Medien und Politik“ von ihm „distanzieren müssen“, schreibt Hieke der taz. Nicht ohne zuerst zu betonen, dass ein „Bericht der taz eine Riesen-Hetzkampagne“ gegen den Leiter des Theaters ausgelöst habe. Eine der „schönsten und herzlichsten Kulturstätten“ der Landeshauptstadt sei in Verruf gebracht und zerstört worden. Der taz-Text ist schon vor einiger Zeit erschienen. Am 18. Dezember vergangenen Jahres kamen in dem privaten Theater rund 30 Männer und Frauen zusammen, um einen Vortrag von Erhard Golla aus Solingen zum Thema „Der rechtliche Weg in die Verfassung 1871“ zu hören. Die Thematik deutet die Ausrichtung an: An jenem Samstagsnachmittag waren Reichsideologiebewegte gekommen. Im Hinterzimmer warb Golla für die deutsch-russische Freundschaft – es ginge um mehr als nur das Deutsche Reich. Kolleg*innen, die an dem Tag vor dem Theater filmen, störten da nur. Teilnehmende stürmten aus dem Eckgebäude, schimpften und es kam zu Handgreiflichkeiten. Fragen waren nicht möglich. Fünf Tage zuvor fand ein ähnliches Treffen in dem Theater statt. Der Anlass für die Runde am 13. Dezember: die bundesweite Razzia gegen mehr als 50 Aktive der „Patriotischen Union“, auch „Neue Deutsche Armee“ genannt. Das Netzwerk um Immobilienhändler Heinrich XIII. Prinz Reuß und die ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete und Richterin Birgit Malsack-Winkemann planten am „Tag X“ einen Staatsstreich.
via taz: Rechtsextremes Treffen in Hannover :Wo Reichsbürger ins Theater gehen