Die Berliner Christdemokraten stehen schwer in der Kritik: Sie wollen die Namen der deutschen Tatverdächtigen für die Silvester-Krawalle wissen. Der Berliner CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus wird offener Rassismus vorgeworfen. Grund ist ein Fragenkatalog für die nächste Sitzung des Innenausschusses am Montag. Der Linke-Innenexperte Niklas Schrader hielt der CDU-Fraktion „völkisches Denken“ vor: „Die CDU betreibt das Geschäft der AfD.“ Kritik kam auch von SPD und Grünen – und selbst aus den eigenen Reihen. Dabei geht es um eine von insgesamt 47 Fragen, die CDU-Innenexperte Frank Balzer zu den Silvesterkrawallen eingereicht hatte. „Wie lauten die Vornamen der Tatverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit?“, fragt die Fraktion und erfährt dafür einen Sturm der Entrüstung. „Rassismus. Auch in der Berliner CDU kein Versehen“, twitterte der Linke-Abgeordnete Niklas Schenker. (…) Widerspruch erntete Balzer sogar aus den eigenen Reihen. Danny Freymark, umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion, erklärte via Twitter: „Ich werde vorschlagen, diese Frage zurückzuziehen, da ich sie weder teile noch hilfreich finde. Es macht einfach überhaupt keinen Sinn, so etwas zu erfragen.“ Ruprecht Polenz, der fast 20 Jahre lang für die CDU im Bundestag gesessen hatte, erklärte: „Warum ist es so schwer, sich auf die sozialen Gründe für die Ausschreitungen zu konzentrieren: schwache Bildung, prekäre Beschäftigung.“
via tagesspiegel: „Betreibt das Geschäft der AfD“: Rassismus-Vorwurf gegen die CDU-Fraktion wegen Fragen zu den Silvester-Ausschreitungen in Berlin