Die Relativierung von rechtem Terror durch Hinweise auf linken Aktivismus kann zu einem gefährlichen Nonsens führen. Die Kolumne. Wie die Union Terror definiert, ließ sich kürzlich am Rädelsführer Friedrich Merz nachzeichnen. Auf die Razzien im rechts-nationalistischen Reichsbürgermilieu hatte der zunächst gar nicht reagiert, um dann sechs Tage später die Hausdurchsuchungen bei der „Letzten Generation“ ausgiebig zu beklatschen. Leute, die gegen politische Passivität bezüglich Klimakatastrophe agieren, sind dem Partei-Christen offenbar ein größerer Dorn im Auge, als waffenaffine, latent extreme Rechte, die einen Immobilienhai als Reichsführer installieren wollten. Sowieso war auffällig, dass konservative und rechte Kreise bis hin zur AfD die Causa zu belächeln suchten, handele es sich doch sowieso nur um „Irre“ beziehungsweise „verstrahlte Reichsbürger-Rentner“ (Twitter). Diese Verharmlosung ist – natürlich abgesehen von der AfD – einigermaßen erstaunlich, da die Bezüge der „Reichsbürger“ zu Polizei und Bundeswehr längst Untersuchungsgegenstand sind.

via fr: Nur Balla-Balla oder im Nationalismus vereint? Warum Konservative gerne Hufeisen werfen

siehe auch: STUDIE: RECHTSPOPULISMUS DER UNION SORGT FÜR MEHR WÄHLER – FÜR DIE AFD. Die Union verliert seit Jahren Wähler:innen an die AfD. Ihre Strategie ist die Annäherung an die AfD durch populistische Kommunikation und rechte Narrative. Diese Strategie ist kontraproduktiv: Sie führt nicht dazu, dass mehr Menschen CDU/CSU wählen, das zeigt nicht nur eine Studie. Dieser Rechtspopulismus der Union bewirkt, dass AfD-Positionen von der Mitte legitimiert werden. In der Folge wandert die populistische Wählerschaft zum Original ab und die gemäßigte Mehrheit wird vergrault – die zum Beispiel zu den Grünen abwandert. Es schwächt also nicht die AfD, es macht sie sogar stärker. Die Union macht mit ihrer Strategie unwillentlich Wahlkampf für die AfD und zementiert damit ihren eigenen Untergang. 18 FÄLLE VON ZUSAMMENARBEIT MIT DER AFD (…) Der Politikwissenschaftler Steven Hummel hat Kooperationen zwischen der AfD und demokratischen Parteien analysiert und stellt fest, dass die CDU in 18 von 21 Fällen nachweislich mit der AfD zusammengearbeitet hat. Folglich ist sie die Partei, die am meisten mit der AfD kooperiert.